Crunch
Kartenspiel
10.06.2009, 19:05, Text:
Jan Bojaryn
Endlich erscheint das Kartenspiel zur Kreditkrise. In "Crunch" ist jeder Spieler ein Banker und versucht, die eigene Bank mit möglichst vielen Schuldnern über Wasser zu halten.
Rundenweise verteilt man Geld an die Kundschaft und hofft, dass die Kredite Gewinn abwerfen. Meistens passiert das auch. Aber wenn stattdessen der Crunch zuschlägt, oder das Geld ausgeht, droht die Bankpleite. Die ist dann allerdings gar nicht so schlimm. Man spielt ja die Banker, nicht die Bank.
Wer sich vor dem schrecklichen Ende die fettesten Boni genehmigt und am meisten Geld in Ärmeln und Hemdtaschen verstaut hat, gewinnt. Terrorbull Games empfiehlt, im Dreiteiler zu spielen; T-Shirts bieten zu wenig Verstecke. In "Crunch", dem zweiten Spiel des mit "War On Terror" schon berühmt-berüchtigt gewordenen britischen Spieleverlags, wird der Spielinhalt zum Alibi. Workforce-, Event- und Trust-Karten werden hin und her geschichtet, ohne dass man dem Ziel viel näher kommt. Wer gewinnen will, muss selbst betrügen und andere dabei erwischen. Originell ist die Botschaft nicht: Banker sind gierig, und das Finanzsystem ist krank. Das kann je nach Gesinnung höchstens Schmunzeln oder Kopfschütteln erregen. Aber "Crunch" macht Spaß. Und dass Kartenspiele sich an Satire versuchen, ist eine schöne Abwechslung.
Crunch Kartenspiel (www.terrorbullgames.co.uk; ca. EUR 12)
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