Let's Tap
für Wii
10.06.2009, 18:52, Text:
Felix Scharlau
Auf Jugend-Skifreizeiten - einige werden sich noch entsinnen, wenn sie die mächtigen Erinnerungen an den ersten Kuss oder Vollrausch beiseiteschieben - reichten eine Tischplatte und zwei Finger für den ultimativen Spaß. Oder das, was man damals dafür hielt.
Lokal sehr abweichend benannte Gruppenspiele funktionierten immer nach dem Prinzip "Trommel mit den Fingern auf den Tisch, bis irgendwer irgendwas falsch macht und dann irgendwas Peinliches machen muss". Sega verpasst der Wii-Konsole nun in einer ähnlich wirkenden Tipp-Minispiel-Sammlung entgegen ihres sonst so freiheitlichen Bewegungsansatzes eine faszinierende Statik.
In "Let's Tap" liegt die Wiimote umgedreht auf einem flachen Karton und wird, wenn alles gut geht, nie berührt. Jede Eingabe inklusive der Menüsteuerung wird ausschließlich durch unterschiedlich rhythmisiertes und intensives Klopfen auf den Karton gesteuert. Also zum Beispiel das nur schemenhaft erkennbare Leuchtmännchen in einem Rennspiel (stark tippen = springen; weniger stark tippen = rennen; wenig und schneller tippen = schneller rennen). Oder der Stein, der in einer Jenga-Kopie aus einem virtuellen Turm gezogen werden muss. In ein, zwei der sechs Spielgruppen bleibt es zwar rätselhaft, worum es eigentlich geht oder wie was gesteuert werden soll. Dennoch: Sehr innovatives und vollkommen banales Spiel, das gerade im Mehrspieler-Modus viel Spaß bringt - wenn man sich dran gewöhnt hat und die Controller endlich kalibriert sind. Außerdem günstig im Handel inklusive Pappkartons. Party like it's Après-Ski 1987.
Let's Tap für Wii (Sega)
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