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Alone In The Dark

Macfire

[Xbox 360, PS3, PC, Wii, PS2 (Atari)]

15.07.2008, 18:24, Text: Gregor Wildermann

Angst vor Dunkelheit war noch nie eine schlechte Motivvorlage für interaktive Abendunterhaltung. In Frankreich versucht sich jetzt ein Studio an einem neuen Horror-Adventure für die Generation Zapping.

Es müssen gute Argumente herhalten, soll man im Sommer seine Zeit mit einem Videospiel verbringen. Nun sind die besten Freunde für Wii-Abende oder Rock-Band-Treffen alle verreist, und es schlägt die Stunde für einsame Helden wie Edward Carnby, der sich auf dem Cover von "Alone In The Dark" wie ein Modell aus der nächsten Cool-Water-Reklame offeriert. Das riecht nach Zielgruppenforschung und langen Marketingmeetings. Und wer die Fachpresse studierte, durfte sich seit gut zwei Jahren mit fulminanten Anpreisungen zu dem Spiel beregnen lassen. Hat es am Ende geholfen? Die Kerngeschichte spielt in New York, wo Carnby aufwacht und in einem Hochhaus Zeuge wird, wie übernatürliche Kräfte die Stadt in bester "Cloverfield"-Manier zerlegen und Menschen zu Monstern verwandeln - ein gutes Adventure stapelt ja gerne mal etwas höher.


Diesem Titel verlieh man aber tatsächlich einige Features, die man so bisher noch nicht sehen konnte. Mehr als nur bemerkenswert ist zum Beispiel die Einbindung von Feuer als eine Art Spieler, der immer wieder in das Geschehen eingreift. Nahezu alle Objekte können in Brand gesetzt oder eben brennend zur Bekämpfung von Gegnern eingesetzt werden. Sehr gelungen ist auch der Effekt verschleierter Augen, die erst wieder klar sehen können, wenn man mehrmals in unterschiedlichen Intervallen am Controller drückt. Neu auch das Inventarsystem, bei dem die Kamera einen Blick in Carnbys Mantel wirft. So sehr dieses System die eigenen MacGyver-Ambitionen beflügelt, es stellt im nächsten Moment dem Spiel ein Bein: Man kann während dieser Kamerafahrt nicht anderweitig agieren. Generell herrscht im Spiel oft eine sehr verzwickte Logik, und vor allem in engeren Räumen wirkt die Kameraführung über viele Spielpassagen hinweg zu verwirrend.

Ein weiteres Spiel-Novum ist in Anlehnung an heutige DVD-Menüs die Möglichkeit, ganze Kapitel des Spiels zu überspringen, was weniger geübte Gamer in die Lage versetzen soll, in die Nähe des Spielendes zu gelangen. In Kombination mit den vorangestellten Trailern zu jedem Kapitel funktioniert dieses Feature an sich sehr gut, unterminiert aber zugleich auch die Relevanz erspielter Fortschritte. Action-Highlights wie "Das Bourne Komplott" oder "MGS4" zeigen wesentlich besser, was ein Konsolenspiel in Konkurrenz zu Fernsehen oder Kino bieten muss, damit es selbst im Sommer noch in den Fingern juckt, doch noch ein Level weiterzuspielen.



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