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Metal Gear Solid 4

Liquid Ocelot

18.06.2008, 17:16, Text: Gregor Wildermann

Wer in den letzten Wochen ohnehin schon seine komplette Freizeit mit "GTA4" zugebracht hat, kann im Juni alle anderen Verabredungen auch gleich absagen. Hideo Kojima schickt die "Metal Gear Solid"-Saga mit einer letzten großen Kür in Rente.

Keiner weiß, wie man die Kreuzung aus Spiel und Film nun nennen soll, aber das Monster weilt schon längst unter uns: Peter Jackson arbeitet mit den "Halo"-Entwicklern an einem solchen Hybrid, LucasArts propagiert das nächste "Star Wars"-Spiel als legitimen Filmnachfolger, und Entwickler wie Ubisoft sitzen seit Anfang der Dreharbeiten zu James Camerons "Avatar" auch schon an einem Spieletitel, der sich genauso gut für das Multiplex eignen dürfte.


Wer jetzt schon einen Blick in die Zukunft der Heim- und Herdunterhaltung werfen will, kann sich getrost auf einen Japaner verlassen, der als einer der Ersten konsequent die Welt aus Zelluloid und Pixeln verschmelzen wollte: Hideo Kojima, Erfinder der "Metal Gear"-Saga und bekennender Filmfan, etablierte für sein Actionspiel schon früh Cut-Scenes, die länger als jede Pizzapause waren. In "MGS 3" musste man gut eine halbe Stunde warten, bevor man das erste Mal den Controller in der Hand halten konnte. Epische Auftritte sind Fans der Serie also gewohnt, doch in diesem letzten Teil tritt die Hauptfigur Solid Snake zum ersten Mal auf Sonys PlayStation3 an, und da sind die Animationssequenzen natürlich noch länger und der 5.1-Sound noch gigantischer. Selbst die Rumble-Funktion kommt über den DualShock3-Controller in diesem Spiel wieder zurück.

Gut, wenn man bei der Geschichte mit einem Untertitel in bester Jerry-Bruckheimer-Protzerei einen Funken Vorwissen mitbringt: "Guns Of The Patriots" spielt in einer von kriegerischen Auseinandersetzungen beherrschten Zukunft, in der gewaltige Konzerne unter Einsatz von Privatarmeen (oder auch Private Military Companies genannt) um die Vorherrschaft kämpfen. Der in Würde ergraute Solid Snake stellt sich wacker dieser letzten Herausforderung, die ihn in den Mittleren Osten und nach Südamerika verschlägt. Tarnen, Täuschen und Tod in Dutzenden von Variationen stehen dann auf dem Plan. Immer serviert mit einer gewissen Selbstironie und taktischen Kopfnüssen, bei denen man fast graue Haare bekommt.

Und doch ist "MGS4" eines der Spiele, die man immer weiter spielt, auch wenn man an Endgegnern mit dämlichen Namen wie Liquid Ocelot im Dutzend scheitert. Und wie eine Art süße Zugabe mit Schleife gibt es dieses Mal einen ersten echten Online-Multiplayer-Modus, den andere Firmen gleich mal als eigenes Spiel veröffentlicht hätten. Bigger, bolder, better?



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