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Grand Theft Auto IV

PS3, Xbox 360

[Rockstar]

28.05.2008, 14:34, Text: Gerd Rosenacker

Die Erwartungen waren enorm, aber das Fazit könnte nicht deutlicher sein: Der vierte Teil von "GTA" ist das erhoffte Meisterwerk, mit dem die neue Konsolengeneration endlich im dritten Jahrtausend ankommt.

Was ist: Nicht wenige Fans waren irritiert, als im Vorfeld durchsickerte, dass die Entwickler erstmalig von der bewährten Storyführung abweichen würden. Die bisherige Prämisse, sich zügig vom Kleinganoven zum Mafiaboss zu entwickeln, wich einer Variante, die sich als deutlich subversiver und komplexer erweist: Der serbische Söldner Nico Bellic will in New York ein neues Leben beginnen.


Sein vorerst einziger sozialer Kontakt ist sein Cousin, ein Vorstadtgauner, der bis zum Hals in Schwierigkeiten steckt. Bei dem Versuch, seinem Cousin zu helfen, rutscht Bellic zusehends tiefer in die Kriminalität und sieht sich mit moralischen Konflikten konfrontiert, die Entscheidungen erfordern. Welche er trifft, bleibt einem selbst überlassen - was wiederum bedeutet, dass der Spieler noch mehr Freiheit genießt als ohnehin schon und sogar den Storyverlauf kausal beeinflusst.

Handling: Bis auf kleinere Updates (Kampftechnik, Zielsystem und die Fahrzeug-Physik wurden deutlich verbessert) bleibt alles, wie es war: über alle Zweifel erhaben.

Was bleibt: Selbst wenn man auf die Handlung komplett verzichtet hätte, wäre dieser Titel eine Sensation. Die akribisch konstruierten Kopien von Queens, Brooklyn oder Manhattan präsentieren sich derart ästhetisch und detailreich, dass man die ersten Tage nur im Taxi (mit sechs verschiedenen Perspektiven), in Restaurants, beim Lapdance, mit Bowling, in Bars oder im Kabarett verbringen möchte - ein Blick in den mitgelieferten Reiseführer ist dringend zu empfehlen. Dass man sich gelegentlich dabei ertappt, in der digitalen Butze stundenlang zappend vor dem Fernseher gesessen zu haben, ist schon beinahe beängstigend, aber ein signifikanter Hinweis: "GTA IV" stellt eine Parallelwelt dar, mit der kein Titel der gesamten Videospielhistorie mithalten kann. Addiert man jetzt noch die Myriade von Radiosendern, Waffen, Storybausteinen und Fahrzeugtypen (von Motorrad über Schnellboot bis Helikopter), darf getrost resümiert werden: unglaublich.

Glanzlicht: Der Online-Modus, der von großen Teilen der Konkurrenz immer noch stiefmütterlich behandelt wird, kommt hier als Monsterpaket mit zwölf Spielvarianten um die Ecke. Bis zu 15 Mitspieler treten gegeneinander (optional auch miteinander) im klassischen Deathmatch, Team-Deathmatch, Rennmodus ("GTA-Race") oder bei bewaffneten Verfolgungsjagden an. Ein kostenpflichtiges, aber exklusives Leckerchen setzt es für die Xbox 360: Ab Herbst werden weitere Episoden zum Download angeboten.





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