Wii Angel-Spezial
Die Sache mit dem Haken
[Wii]
22.04.2008, 13:43, Text:
Felix Scharlau
Es gibt über 30.000 katalogisierte Fischarten weltweit. Der prominenteste Videospielfisch bleibt aber auch 2008 unangefochten der Barsch. Jetzt erschienen zeitgleich zwei Angelspiele für Wii, die ihren Spielern bekanntlich gerne peinliche Marionetten-Moves abverlangt. Passt also und Petri Dank, findet Felix Scharlau.
Angel-Videospiele haben eine lange Tradition. In 3-D produzierte beispielsweise Sierra ab 1995 mit seiner "Trophy Bass"-Serie eine überzeugende PC-Simulation für See und Fluss. Sega folgte bald mit "Sega Bass Fishing" für PC und Dreamcast - hier mit spezieller Angel-Hardware.
"Sega Bass Fishing" für Wii sieht okay, aber sicher nicht hervorragend aus, verglichen mit der fast zehn Jahre alten Dreamcast-Version. Das Spiel überrascht aber mit einigen guten und einigen wahnsinnig nervigen Eigenschaften. Gut: Per Nunchuk wird die Schnur wie erwartet kurbelnd eingeholt, aus der Fernbedienung klackert es dabei angenehm vertraut. Kneift man die Augen zusammen, ist man von virtuell erlebter Natur nicht mehr sehr weit entfernt, auch wenn mit Alkohol oder Drogen noch das eine oder andere Quäntchen mehr an Illusion herausgeholt werden kann. Der Arcade-Modus des Spiels, den manche noch vom Automaten kennen könnten, macht nach wie vor viel Spaß: In jedem Gewässer hat man zwei Minuten Zeit, eine bestimmte Kilomenge Barsche herauszuziehen. Wenn die geschafft ist, geht es mit Zeitbonus zum nächsten Gewässer. Für die Königsdisziplin, den Turniermodus, muss man etwas mehr Zeit mitbringen. Aber es lohnt sich.
Vollkommen unverständlich bleibt, dass das Spiel weder über Online- noch Mehrspieler-Modi verfügt. Außerdem kann die Weite des Angel-Auswurfs nicht per Steuerkreuz und schon gar nicht per Armschwung kontrolliert werden. Sehr seltsam.
Seltsam auch "Fishing Master" (Hudson) für Wii. Zu Beginn muss man fast 60 Mal die A-Taste drücken. Das steht zwar nicht als Pflicht in der Anleitung, führt aber dazu, dass der Angelmeister, der einem episch alle Tastenbelegungen erklären will, früher als vom Hersteller geplant verstummt. Das Spiel punktet lediglich durch Quantität: Der ausgewählte Spielcharakter kann mit seinem ausgewählten Hund 30 Orte vom Land aus befischen.
Zu angeln gibt es nicht nur Barsche, sondern insgesamt 100 Fischarten - "von der Süßwasserforelle bis zum Meeresungeheuer, das schon ganze Schiffe verschlungen haben soll", wie der Hersteller ausrichten lässt. Aha. Die Angelmechanik arbeitet ähnlich wie bei "Sega Bass Fishing", die Grafik wirkt aber deutlich cartooniger. Außerdem gibt es keine Unterwasserkamera - ein großer Nachteil. Schön: "Fishing Master" kann mit bis zu vier Spielern gespielt werden.
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