Illuminati
Brettspiel von Steve Jackson für 2-6 Spieler
[Pegasus Spiele, ca. EUR 24,95]
20.03.2008, 16:56, Text:
Jasper Nicolaisen
SIE sind uns allen ja bekanntlich auf den Fersen - per Handymasten, Testbildflimmern und diesen Nummern auf den Euroscheinen. Wie alles mit allem zusammenhängt, darum geht's im wahrsten Sinne des Wortes in diesem Spiel.
Jeder Spieler übernimmt einen der Geheimbünde, die um die Weltherrschaft ringen, und versucht im Lauf des Spiels, ein stetig wucherndes Karten-Netzwerk aus Unterorganisationen vor sich auszulegen. Um die Übernahmeversuche der anderen Spieler abzublocken, müssen die Karten möglichst geschlossen aneinandergelegt werden.
Zudem heißt es, mit den anderen Global Playern die richtigen (temporären) Bündnisse einzugehen, um allzu forsch expandierende Konkurrenten in die Schranken zu weisen. "Illuminati" kombiniert also mehrere Spielinhalte: etwas Legespiel, etwas Taktik bei Angriff und Übernahme fremder Unterorganisationen und ein bisschen Gefühl von Gruppendynamik und Verhandlungsgeschick.
Das Highlight des Spiels sind sicherlich die absurden Netzwerke, die sich entspannen, wenn etwa die Jünger Cthulhus die Post kontrollieren, die wiederum die Leichenbestatter in ihrem Würgegriff hält, von denen die Ölmultis abhängen, die die Kindergärten unterwandert haben, die ihrerseits die Sozialdemokraten kontrollieren und so weiter. Schnell erlernter Spaß also, der mit einfachem Grundprinzip immer neue Spielverläufe ermöglicht. Dass in den Medienhinweisen Daniel Kullas Klassiker "Entschwörungstheorie" fehlt - tja, das haben wohl der BND und die Delfine zusammen gedeichselt.
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