
Flatout - Ultimate Carnage
Empire Interactive
[Xbox360; Genre: Arcade-Party-Rennspiel]
13.09.2007, 17:58, Text:
Gregor Wildermann
Story: Wer sich nach Quentin Tarantinos \\"Deathproof\\" gewünscht hatte, wenigstens im Videospiel einmal mit Muscle-Cars Amok fahren zu können, wird kein offizielles Spiel zum Film finden. Dafür kommt der dritte Teil der \\"Flatout\\"-Rennserie diesem Wunsch am nächsten. Und schafft es dabei sogar, durch unzählige Minispiele so etwas wie Partycharakter zu bekommen. Wie bei Rennspielen üblich straft der Highscore diejenigen, die nicht die ersten drei Plätze belegen. Zwölf Fahrer in 48 verschiedenen Fantasieautos auf insgesamt 39 wählbaren Strecken sind das Spielzeug der Stunde bei einem Titel, der fast genauso gut wie \\"Motorstorm\\" auf der PlayStation3 aussieht.
Handling: Die etwas träge Lenkung wird durch die Aktivierung des Nitro-Boost deutlich mit Leben gefüllt: Dieser Tiger im Tank füllt sich, wenn aus den anderen Beteiligten möglichst viel Kleinholz gemacht wird. Kein Wunder, dass der Entwickler die Zahl der zerstörbaren Objekte mit 8000 auf der Packung angibt. Im Partymodus lernen die Fahrer (hier aufgrund der Brisanz nur in Gestalt von Crash-Test-Dummys), wie man mit einem gekonnten Flug durchs Fenster und der richtigen Flugbahn Punkte macht. Disziplinen wie Bowling oder Eisstockschießen mit Autos zu simulieren hat einen morbiden Reiz, der selbst Videospielhasser an den Controller bringt. Disziplinen wie Basketball oder Fußball, das eher wie Football funktioniert, wirken dagegen etwas arg gewollt und hakelig.
Was bleibt: Gut aussehen, aber sich selbst nicht so ernst nehmen. Diese aufgemotzte Version von \\"Flatout 2\\" wirkt trotz des öden Rock-Soundtracks und der langweiligen Menüscreens sofort sympathisch. Optisch ist fast alles eine Augenweide, und selbst wenn im ganzen Zerstörungschaos das Väterchen Zufall unkalkulierbar regiert, ertappt man sich immer wieder dabei, gleich noch eine Runde fahren zu wollen. Auf den Strecken selbst gibt es aber auch immer wieder unvergessliche Crashszenen, die man sonst nur aus den Filmen der \\"Final Destination\\"-Trilogie kannte. Hier kann man sie sogar nach dem Rennen noch mal in Zeitlupe abspielen.
Glanzlicht: Wer muss schon Gladiatorenkämpfe austragen, wenn er online gegen andere in einer Arena Autos schrotten kann. Im herrlichen Chaos liefern ständig neu aufblinkende Bonusfunktionen immer wieder Überraschungen. Stuntman Mike hätte seine Freude daran gehabt.
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