PaRappa The Rapper

Sony

[PSP; Genre: Musik-Rhythmusspiel]

15.08.2007, 08:54, Text: Gregor Wildermann

Story: Was macht man nicht alles, um cool zu sein: Der junge PaRappa hat sich in Sunny Funny verguckt, und um die starke Dame zu beeindrucken, will er als Rapper Eindruck schinden. Wir schreiben das Jahr 1996, und lange, bevor das eigene Genre der Musik- und Rhythmusspiele überhaupt erfunden war, brachte der japanische Entwickler NanaOn-Shi mit \\"PaRappa The Rapper\\" ein Spiel, das zunächst als Unikat auffiel. Die bunten zweidimensionalen Figuren aus der Feder von Rodney Greenblat und die schreiend banale Geschichte waren so schlecht, dass es einfach Spaß machen musste.

Handling: Eigentlich ist der Begriff des Musikspiels eher irritierend, denn der Spieler an sich macht keine eigene Musik bzw. muss nicht seine Stimme einsetzen. Die Mischung aus zeitnaher Reaktion und ansteigender Komplexität ist eher ein klassisches Geschicklichkeitsspiel, das, mit Musik kombiniert, auch bis heute in Titeln wie \\"Guitar Hero\\" Verwendung findet. Immer, wenn PaRappa die verschiedenen Rap-Texte einstudiert oder vorträgt, leuchten auf der oberen Bildhälfte die Tastatursymbole der PSP in unterschiedlichen Kombinationen auf. Je nach Treffergenauigkeit und eigenem Timing wird die Leistung mit vier Einstufungen bewertet. Das reicht dann von \\"cool\\" bis \\"awful\\", wobei auf Eindeutschung verzichtet wurde und nur die Untertiteltexte der jeweiligen Landesprache angepasst wurden.


Was bleibt: Man mag sich schnell fragen, warum Sony so lange gebraucht hat, um diesen Musikspiel-Klassiker endlich auf die PSP zu bringen. Dazu verwundert ebenfalls, warum lediglich einige neue Instrumentalstücke als Download die einzige wirkliche Neuerung sind und das Spiel dann trotzdem rund 35 Euro kostet. Ähnliche alte Spiele im gleichen Genre wie zum Beispiel \\"ToeJam & Earl\\" von Sega gibt es bei den Wii-Channels schon für acht Euro als Download. Auch die Ad-hoc- sowie die Game-Sharing-Funktion sind auf der PSP nicht wirklich ein Mehrwert, da man nicht parallel spielen kann.

Glanzlicht: In seinen besten Momenten erinnert das Spiel mit dem unschuldigen Rapper und dessen großer orangenen Skimütze an die Zeit des ersten De-La-Soul-Albums. Statt mit Gangster-Rappern in düsteren Hinterhofszenen rappt man hier zusammen mit einem zwiebelköpfigen (!!) asiatischen Rapmeister namens Chop-Chop in einer bunten und leicht verstrahlten Jim-Avignon-Welt. Und in welchem Spiel heißt der Endgegner schon MC King Kong Mushi?
Gregor Wildermann







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