Die Siedler

UbiSoft

[Nintendo DS; Genre: Aufbau-Simulation]

15.08.2007, 09:36, Text: Gregor Wildermann

Story: Alles beginnt im Hauptquartier. Das alleine klingt als Spielanreiz nicht gerade prickelnd, aber es liegt wohl in der Natur der Sache, dass Aufbau-Simulationen am Anfang immer merkwürdig karg wirken. Also muss man dem Schicksal Beine machen und erst einmal dafür sorgen, dass der Magen gefüllt wird. Fisch, Brot und Fleisch fallen noch nicht einmal in der Bibel vom Himmel, und auch die entsprechenden Häuser müssen erst einmal von Steinmetz und Holzfäller mit Baustoffen errichtet werden. Zuvor hat man aber erst einmal die Wahl zwischen vier verschiedenen Völkern in der politisch korrekten Mischung aus Wikingern, Römern, Nubiern und Asiaten, verteilt auf sieben Kontinente mit unterschiedlichen Landschaften. Zu den 30 spielbaren Berufsgruppen gesellen sich noch sechs Soldatentypen, die ihrem Gewerbe entsprechend dafür sorgen, dass mühsam erbautes Hab und Gut auch wieder sorgsam vernichtet wird.

Handling: Abseits eines anfangs noch mühsamen Spielverlaufs leiden Aufbau-Simulationen später schnell an einem unübersichtlichen Chaos von Charakteren und Statusmeldungen, die auf den ersten Blick nur von studierten Statistikern verwaltet werden können. Auf dem eher beschränkten Bildschirmplatz des Nintendo DS erleichtert die Stylus-Steuerung der einzelnen Symbole via Touchscreen enorm die Spielbarkeit. Zwei Zoomstufen und Zeitraffer zollen ebenfalls den technischen Gegebenheiten Tribut, was nach kurzer Eingewöhnungszeit dann auch gut funktioniert. Und wer keine Lust darauf hat, allzu zielstrebig zu spielen, kann auch den \\\"Freies Spiel\\\"-Modus wählen.


Was bleibt: Diese Siedlervariante basiert auf einem nun schon gut zehn Jahre alten Titel, mit dem das deutsche Entwicklerstudio Blue Byte einen Klassiker des Genres schuf. Das Grundprinzip hat sich bewährt, und eine Portierung auf eine mobile und auch spielerisch reizvolle Plattform war längst fällig, auch wenn man bei der Optik freilich seine Ansprüche tiefer ansiedeln muss. Etwas technischer Feinschliff hätte dem DS-Titel ebenfalls noch gutgetan, denn ein Mehrspieler-Modus fehlt komplett, und es kommt relativ oft noch zu heftigen Rucklern, was beim Konkurrenzspiel \\\"Anno 1701\\\" auf der gleichen Spielplattform besser gelöst war.

Glanzlicht: Ein Kind zeugen, einen Baum pflanzen, einen Kredit platzen lassen oder einen Krieg führen? Es ist einfach zu verlockend, auf so bequeme Weise dem Schicksal einen Schubs geben zu können.




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