Yspahan

von Sébastien Pauchon

[Huch! & Friends / Ystari Games; Genre: Brettspiel]

16.07.2007, 06:00, Text: Jasper Nicolaisen

Story: Die Spielenden versuchen als Kaufleute möglichst viele Basare in unterschiedlichen Stadtvierteln möglichst vollständig mit ihren Waren zu versorgen und sich gute Plätze auf der Karawane nach Yspahan zu sichern. Der Erwerb von Gebäuden verschafft dabei Vorteile, während ein Basaraufseher der Konkurrenz schaden kann.

Handling:
Ersteindruck: übersichtlich. Sonst testen wir ja immer diese Fantasy-Spiele mit den vielen Monsterfiguren. Hier gibt es einen Spielplan, der ungefähr so groß ist wie ein aufgeschlagenes Buch, einen Beutel mit fitzeligen bunten Steinchen, die Kamele, Goldmünzen und Waren darstellen, sowie ziemlich viele Würfel. Zweiter Eindruck nach der Lektüre der etwas umständlichen Anleitung: erzkomplexes Strategiespiel. Korrektur eine Stunde später: \\\"Yspahan\\\" erfordert keinerlei strategisches Denken, ja, bestraft es sogar, denn die Regeln sind offensichtlich so austariert, dass man sich nicht planvoll Konkurrenz machen kann. Dies verhindern einige Zufallselemente. Vor allem aber die Tatsache, dass jede potenziell schädliche Aktion durch leicht verfügbare Blockmöglichkeiten gekontert werden kann und überdies immer auch den ausführenden Spieler selbst betrifft.


Unsere testweise angestellten Versuche, mit zwei Mitspielern den dritten in die Knie zu zwingen, enden damit, dass der schlussendlich die meisten Punkte einfährt. \\\"Yspahan\\\" ist nicht ganz langweilig, weil irgendwie immer Bewegung im Spiel ist, aber damit man nicht merkt, wie wenig Einfluss die eigenen Züge auf das Endergebnis haben, müsste man sich wohl auch als Achtjähriger (ab diesem Alter ist das Spiel empfohlen) ein paar Bier hinter die Binde kippen. Wir haben keins und hören deshalb auf.

Was bleibt:
Fragen. Darf man sich bei einem guten Familienspiel nicht streiten? Die gesammelten Erinnerungen der Testrunde an z. B. \\\"Scotland Yard\\\" und das \\\"Verrückte Labyrinth\\\" widersprechen dem. Und was sind eigentlich die Kriterien für das \\\"Spiel des Jahres\\\", wo \\\"Yspahan\\\" dieses Mal auf der Auswahlliste steht?

Glanzlicht:
Die Ratlosigkeit über das karawanentümelnde Spiel entlädt sich in Fantasien über Dampfbäder und Basaraufseher. Erst gibt es kein Bier, und dann schämen wir uns auch noch. Danke, \\\"Yspahan\\\"!




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aus Intro #152 (August 2007)
 
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