Party-Trinkspiele

mit Thees Uhlmann

21.05.2007, 15:34, Text: Thees Uhlmann

Kaum geht’s um Alkohol, muss der dumme Uhl wieder ran. Ich komme mir vor wie ein gescheiterter Psychologe, der immer nur zu N24 ins Bild darf, wenn ein verwirrter Jugendlicher mal wieder pumpgunnend durch seine Realschule gelaufen ist. Der dann mit dummer Frisur erklären muss, warum es klar ist, dass man auch richtige Menschen erschießt, wenn man ganze Kohorten von deutschen Soldaten in dem schönen Spiel “Medal Of Honour” umgebracht hat! Egal, los geht’s:
“Heftproduktionsnacht” ist das Trinkspiel, das Venker und Volkmann erfunden haben. Geht so: Man hat noch 17 Stunden Zeit, das neue Intro fertig zu machen, und muss noch “Kochen mit Jenna Jameson” und 13 Reviews schreiben. Das schafft man mit viel Jägermeister-Cola und einigen Tetrapacks Wein! Das Spiel haben sie jetzt 150 Mal gespielt. Herzlichen Glückwunsch!


Weiter: Ich behaupte einfach mal, dass ich zwei Trinkspiele selbst erfunden habe. Sie heißen: “Bandzusammenfassen” und “XXX Bands mit XXX im Namen”! Gut hierbei zunächst, dass man sie auch nüchtern spielen kann. Ferner kommen diese Spiele ohne Strafen (bei Trinkspielen immer Auf-Ex-Saufen) aus. Beide Spiele sind übrigens auch bestens geeignet bei Kommunikationsproblemen auf Partys. Dialoge wie “Kenne ich dich nicht irgendwie aus dem Fernsehen? – Ja, ich hab mal bei Frauentausch mitgemacht!” entfallen so. Das Spiel “Bandzusammenfassen” ist ein wenig nachdenkintensiv. Geht wie folgt und wurde, glaube ich, auch schon mal hier im Intro vorgestellt [in Ausgabe #147]. Man fasst Bands zusammen, die eine Wortübereinstimmung im Namen tragen. Je länger man spielt, desto geilere Kombinationen kommen zusammen. Wir fangen an mit einem leichten: “Boney M. Walking On The Water”. Das ist eine Zweier-Kombi aus szenefremden Bands. Das könnte man dann gut kontern mit einer Indie-Zweierkombi “Modest Mouse On Mars”. Wichtig: Man braucht ab und zu einen Spielleiter, der dann nach Gutdünken entscheidet, ob “Bernd Bege Manfred Mann’s Earth Band” erlaubt ist. Ich würde da nach Blödheitsfaktor entscheiden. “Oma Hans Martin Slayer”: Da haben wir auch gleich den Grenzfall von zwei oder drei Bands! Spannend wird es bei “denglischen” Fällen wie “Bright Eyes Burn”. Eyes Burn? Nee, ich meine Iceburn. Ist eine Prog-Jazz-Hardcore-Band aus den 90ern aus Salt Lake City. Sie sehen: ein tolles, abendfüllendes Spiel!
Wer aber wie ich gerne laut ist bei Partys, dem empfehle ich das Spiel “XXX Bands mit XXX im Namen!”. Da geht so ziemlich jeder Mist, auf den man sich einigen kann. Klassiker sind “40 Bands mit etwas Sexuellem im Namen”. Da tun sich Abgründe auf. Fängt dann natürlich sofort an mit: Sex Pistols, Fuck, Alien Sex Fiend, Cock Sparrer und, wenn wir schon bei Skinheads sind: The 4 Skins (nämlich wg. “Foreskins” – die Vorhäute). Ab jetzt geht alles. Jede Kleinstkultband wie Die Fötzchen (Rasmus-Engler-Umfeld) oder Fucking Faces. Hier muss der Spielleiter aber eingreifen, denn eigentlich ist das Fucking bei Fucking Faces ja ein Schimpf- und kein Sex-Wort. Schwierig, schwierig! Als ich das kürzlich spielte, meinte einer, dass Korn ginge, weil das irgendwas Schmutziges sei, mit Porno und Kot. Wir hatten zum Glück einen Blackberry dabei und konnten das im Netz verifizieren! Punkt an den! Sehr gut geht das Spiel auch mit 30 Bands, die etwas mit Alkohol oder wahlweise Drogen im Namen haben. Oder 20 Bands, die etwas Martialisches im Bandnamen haben. Da gehen dann die ganzen Metalbands: Jag Panzer, Nuclear Assault!
Neuester Trend der Szene allerdings: das gut alte “Teekesselchen”. Mein eines Teekesselchen ist was zum Bilderaufhängen und mein anderes Teekesselchen ist ein Sänger in Deutschlands bester Punkband! Na? Nagel!  



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aus Intro #150 (Juni 2007)
 
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