MotorStorm

Sony

[PS3;Genre: Off-Road-Racer]

23.04.2007, 06:00, Text: Gregor Wildermann

Story: Wer gerade noch über die Anschaffung eines umweltfreundlichen Autos ohne erhöhten CO2-Ausstoß diskutiert hat, kann hier jede weitere aufgestaute PS-Liebe ausleben. Bei einer Art fiktivem “Burning Man”-Festival mit “Mad Max”-Einschlag rast man unter Auswahl von sechs verschiedenen Fahrzeugklassen durch diverse Rennstrecken im Gebiet des Monument Valley und schaltet dabei durch gewonnene Punkte die Tickets zu neuen Rennen frei. Hier erwarten einen keine ewig gleich kalkulierte Nordschleife oder aseptische Stadtkurse – in “MotorStorm” wird Dreck gefressen, und jede Piste hat ihre ganz eigenen Tücken und Fahroptionen.


Handling: Mit Sicherheit war “Burnout” ein wichtiger Ideengeber für den wohl wichtigsten Launchtitel der PlayStation3, aber die Entwickler der englischen Evolution Studios brachten für die Boostfunktion und die Crashsequenzen einige wichtige Neuerungen ins Spiel. Denn bei verlängertem Boost explodiert der eigene Motor, und somit wird dieser Knopf zum ständigen Risikospiel. Überhaupt ist Kommissar Zufall zusammen mit der recht unkalkulierbaren Streckenführung und den anarchistischen Gegnerfahrzeugen Garant dafür, dass kein Rennen dem anderen gleicht. Relativ nutzlos ist allerdings die anschaltbare SixAxis-Steuerung, die viel zu nervös reagiert und damit den Spielspaß aus dem Titel nimmt.
Was bleibt: Bisher entwickelten die Evolution Studios die offiziellen “WRC”-Titel, bei denen die Realität als Vorbild und die Limitierungen der PS2 enge kreative Grenzen setzten. Davon befreit, merkt man diesem Spiel sofort an, welchen Spaß die Entwickler bei der Umsetzung neuer Ideen gehabt haben müssen. Auch die verschiedenen Kameraperspektiven bei Trucks, Buggys, Motorrädern oder Quads zeugen vom richtigen Verständnis, was ein gutes Videospiel noch besser machen kann. Optisch und spielerisch erfüllt “MotorStorm” alle Hoffnungen in einen PS3-Titel, und negative Punkte wie lange Ladezeiten bei den Fahrzeugoptionen oder die recht beschränkte Streckenauswahl bereiten momentan nur leichte Kopfschmerzen.
Glanzlicht: Wenn man sich zum Soundtrack von Nirvana, Slipknot oder Curve vom letzten Platz auf die vorderen Ränge durchgesetzt hat, flattern die eigenen Knie und das Herz schlägt im spürbar höheren Gang. Dann plötzlich eine Explosion, der Sound wird unterbrochen, und der eigene Wagen zerfällt in Zeitlupe in seine Einzelteile. So schön kann verlieren sein.



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