
Simon The Sorcerer: Chaos ist das halbe Leben
Dtp
[PC, Genre: Point&Click-Adventure]
26.03.2007, 06:00, Text:
Oliver Zeyen
Story: Simon ist ein fast normaler Junge. Geplagt von den üblichen Leiden vorpubertärer Großstadt-Teens, sind Streitigkeiten mit den Geschwistern an der Tagesordnung. Als ihn eines Mittags eine vom Bruder geworfene Fernbedienung ausknockt und ins Reich der Träume katapultiert, beginnt für ihn ein neues Abenteuer und für uns der vierte Teil der “Simon The Sorcerer”-Reihe. Im Traum gibt Alix, Enkelin des Zauberers Calypso, Simon den Auftrag, in der uns wohlbekannten Parallelwelt nach dem Rechten zu schauen und, wie sollte es anders sein, ein unsägliches Übel abzuwenden. Also flott den Zauberkleiderschrank mit einem Energydrink startklar gemacht und ab in die Zauberwelt. Dort angekommen, scheint auf den ersten Blick alles im Lack. Seltsam nur, dass Simon sich nicht daran erinnert, jedem, der ihm über den Weg läuft, einen Gefallen zu schulden. Viel rätselhafter ist Simon jedoch die angebliche Beziehung mit Alix, die diese aber im Handumdrehen beendet, da Simon ein Spießer und Pedant sei. Als ihm dann noch ein Doppelgänger über den Weg läuft, der ihn wegen vermeintlicher Verbrechen einbuchten lässt, ist das Maß voll.
Handling: In klassischer Point&Click-Manier werden die Levels durch “Hovern”, also Drübergleiten mit der Maus, erforscht. Gegenstände können nach Lust und Laune kombiniert werden. Die wirklich reizvoll gestalteten Räume sind glücklicherweise nicht betont realitätsnah, sondern nach bekannter Manier bunt und Comic-haft umgesetzt. Das bei Adventures dieser Machart nicht selbstverständliche Missions-Log erweist sich als besonders brauchbar, da bei all den anfallenden Aufgaben gerne mal eine vergessen wird.
Was bleibt: Der typische Wortwitz und die Komikelemente bleiben auch diesem Teil erhalten. Betont schrullige und abgedrehte Märchengestalten sorgen für den einen oder anderen Schmunzler, wenn auch die Synchronisation in diesem Teil leider etwas zu wünschen übrig lässt. Mit einem weinenden Auge schaue ich auf den zweiten Teil der Reihe zurück, der auch prima als Hörspiel durchgegangen wäre. Alles in allem ist das Spiel aber ein kurzweiliges Adventure.
Glanzlicht: Besonders haben es mir die herrlich abgedrehten Märchengestalten und die grafische Umsetzung der Levels angetan. Die liebevoll handgezeichneten und dann gerenderten Figuren und Landschaften sind eine Augenweide. Wer genug von halbherzig umgesetztem Fotorealismus hat, sollte einen Ausflug in diese Zauberwelt wagen.
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