
DefJam: Icon
Electronic Arts
26.03.2007, 06:00, Text:
Gregor Wildermann
[2 Kommentare]
Story: Wären einzelne Genreelemente nicht schon bekannt, man müsste “DefJam: Icon” wohl unter der Rubrik Kuriositäten beziehungsweise Unikate einordnen. Der Story-Modus erzählt die Geschichte vom Aufstieg des eigenen HipHop-Plattenlabels, bei dem man ähnlich wie Russel Simmons zuerst ganz unten anfängt. Auf dem Weg zu Respekt und hohen Verkaufszahlen liegen diverse Kämpfe, in denen knapp 30 verschiedene Künstler des DefJam-Labels auftreten. Mit dabei sind The Game, Ludacris, Fat Joe, Method Man, Lil Jon, Big Boi und Young Jeezy, wobei gleich positiv angemerkt werden sollte, dass die neue Konsolengeneration nach den zwei Vorgängerspielen einen Fotorealismus bietet, den man bei diesen Charakteren bisher nicht gewohnt war.
Handling: Wie schon beim Boxspiel “Fight Night: Round 3” setzte das Entwicklungsstudio von EA Chicago beim Handling auf möglichst natürliche Bewegungs- und Steuerabläufe. Die Kämpfe laufen dabei auf wenige Standardmanöver hinaus, die man relativ schnell gelernt hat. Die Feinarbeit beginnt bei den zeitlich auf den Beat genau abgestimmten Würfen und Schlägen, die je nach Arena unterschiedlichen Schaden anrichten. Eine für Kampfspiele typische Gesundheitsanzeige gibt es nicht mehr; vielmehr zeigt der Charakter nach harten Treffern deutliche Schwächen. Den jeweils laufenden Track kann man wie bei einem Turntable über den Controller scratchen, um damit den Gegner aus dem Spielfluss zu bringen.
Was bleibt: Besonders die interaktiven Kampfumgebungen und die Konzentration auf die Musikfeatures lassen “Icon” mit seinem Motto “Music is the Weapon” als die unterhaltsamste Spielinterpretation der HipHop-Welt erscheinen. Dabei ist es dank der “Mein Soundtrack”-Funktion auf der Xbox360 auch möglich, die Battles mit SpeedMetal, Ska oder Gabber vom eigenen MP3-Player oder der Festplatte durchzustehen, was besonders bei durchmischten Genres einen ganz eigenen Reiz entwickelt. Wer sich als Besitzer einer mühsam erkämpften PlayStation3 auf die Battles zum eigenen Soundtrack gefreut hatte, wird leider erst einmal enttäuscht – dieses Feature fehlt hier.
Glanzlicht: Wer seinen Gegner zu “Fight The Power” in bester Bud-Spencer-Manier durch eine brennende Tankstelle möbelt, sieht seine Oldschool-Plattensammlung plötzlich in einem ganz neuen Licht.
Genre: Musik-Beat’em-up
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