
Wario Ware: Smooth Moves
Nintendo
[Wii, Genre: Mini-Spiel-Sammlung]
28.02.2007, 12:04, Text:
Gregor Wildermann
Story: Die Geschichte des Spiels ist einfach: Es hat keine Geschichte und bemüht sich auch sonst um absolute Sinnfreiheit. Welche Story besteht wohl sonst aus Roboterriesen, die man mit einem Fächer bekämpft, oder aus Raumschiffen, die wie eine fliegende Nase aussehen? Oder sollte man das Rasieren eines Bartes unter Zeitdruck als Kritik an unserer Ellenbogengesellschaft verstehen? Seinen ersten Auftritt hatte “Wario” Mitte 2003 als Handheldspiel, wobei sein Name eine Verarschung des Vaio-Schriftzugs von Sony andeutete. Wie schon die vorherigen Titel besteht auch “Smooth Moves” aus blitzschnellen Mini-Spielen, die man innerhalb von wenigen Sekunden lösen muss und die dabei garantiert keinen Sinn verfolgen.
Handling: Damit der Spieler in der Fülle von rund 200 Mini-Spielen nicht die Übersicht verliert, erfolgt die Navigation über eine Stadtkarte, die alle wichtigen Stationen und Minispielklassen dokumentiert. Im Vergleich zu den bisherigen “Wario”-Spielen kommt in diesem Teil die Herausforderung der neuartigen Wii-Steuerung hinzu, die natürlich perfekt zum “Wario”-Konzept passt. Ähnlich wie beim Huhn und Ei fragt man sich fast, ob zuerst die Idee zur Wii oder die zu “Wario Ware” da war. Für die bewegungsintensive Steuerung der Spiele fand man immerhin fünfzehn verschiedene Varianten, in denen der Controller gehalten und bedient werden muss. Namen wie “der Regenschirm” oder “das Lenkrad” geben schon einen ersten Hinweis, welche Art von Quest einen erwartet. Ein kurzer Introfilm erläutert dann die Spielaufgabe und bringt gleichzeitig eine Minute zum Durchatmen.
Was bleibt: Etwas unverständlich ist die Tatsache, dass man den Multiplayer-Modus in “Smooth Moves” erst freischalten muss, und es könnte schon frustrieren, dass man sich an einem Abend mit Freunden erst einmal allein gegen den bösen Bruder von Mario durchsetzen muss. Bei manchen Spielen hat man auch keinen blassen Schimmer, ob eigenes Unvermögen oder die zeitweise Ungenauigkeit der Steuerung die Schuld am Scheitern eingebracht hat. Aber in solchen Frustmomenten nimmt man das Spiel schon zu ernst, und allein die durchgeknallte Shinjuku-Spielhallenmusik (deren Tempo man auf eigene Gefahr auch nach oben schrauben kann) erinnert daran, dass wir in puncto Selbstblamage von den Japanern noch eine Menge lernen können.
Glanzlicht: Wann kann man sonst innerhalb von zwei Sekunden mit dem Finger in der Nase bohren und damit so viel Spaß haben? Die Antwort kann wohl nur der böse Wario verraten.
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