
Metal Slug Anthology
Ignition / Atari
[Wii, PSP, Genre: 2D-Jump’n’Run]
28.02.2007, 11:57, Text:
Felix Scharlau
Story: “Ach komm, die Story der ‘Metal Slug’-Reihe ... Was soll da schon groß sein? Smarte Comic-Söldner laufen post-apokalyptische Mad-Max-Welten ab und befreien vergessene vollbärtige Kriegsgefangene, die einen dafür dann mit dicken Waffen belohnen. Am Ende jeder Welt lauert wie in echt ein unmöglicher Endgegner, den man nur mit hundert Leben besiegen kann. Die gibt’s zum Glück bei ‘Metal Slug’.” Das schrieb Kollege Volkmann schon vor einiger Zeit, als wir “Metal Slug” abfeierten. Und nicht nur eingefleischte Fans ahnen schon: Daran hat sich inhaltlich seitdem natürlich gar nichts geändert. Außer: Auch wenn es aussieht wie aus den 80ern – “Metal Slug” wird dieser Tage erst zehn Jahre alt und feiert sich jetzt selbst mit einer umfassenden Anthologie auf Wii und PSP. Das heißt: “Metal Slug”, “Metal Slug 2”, “Metal Slug X”, “Metal Slug 3”, “Metal Slug 4”, “Metal Slug 5” und “Metal Slug 6” – sieben Mal “Metal Slug” in einem Spiel. Geil.
Handling: Bei der PSP kommt jenes äußerst klassisch daher: Richtungstasten links, Aktionstasten rechts. Alles wie beim Arcade-Automaten. Außer: Obwohl das Display nur ein Hundertstel so groß daherkommt, ist die Grafik besser als früher. Das muss man erst mal hinbekommen. Spannend auch in Sachen Bedienbarkeit wird das Spieldebüt auf der Wii. Ganze sechs verschiedene Steuermöglichkeiten erlaubt die Software hier: von der klassischen (via GameCube-Controller) bis hin zu den aberwitzigsten Kombinationen aus Wii-Fernbedienung und -Nunchuk. Je nach Sichtweise ein Resultat aus den vielfachen Möglichkeiten der Wii oder der Unmöglichkeit, so ein herrlich regressives Ballerspiel, das sich, wie das Metal im Namen schon sagt, erfolgreich gegen Neuerungen stemmt, in die Konsolenzukunft zu führen. Das muss jeder mit sich selbst ausmachen.
Was bleibt: Was dem einen seine Bibel oder wenigstens die “Star Wars”-Box, ist dem anderen die “Metal Slug Anthology”. Hier lässt sich nun also die Saga von Leben und Tod und damit die eigene Spielhallenjugend in einem hübschen Sammelband nacherleben. Und dank unendlich Leben muss man nach Detailstellen auch nicht lange suchen, sondern kann einfach durch die Szenerie walzen.
Glanzlicht: Das sind wie bei jedem guten 60er-Jahre-Hollywood-Weltkriegsfilm mit Clint Eastwood alle Szenen, in denen absurd kostümierte Nazis auftauchen. Eine besonders schöne davon gibt es in Teil vier von “Metal Slug”, wo offenbar Rommels Afrika-Feldzug karikiert wird und sich Kamele, futuristische Killermaschinen und Sandstürme die Klinke in die Hand geben.
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