
Neverwinter Nights 2
Atari / Obsidian
29.01.2007, 06:00, Text:
Oliver Zeyen
Story: In Niewinter, wo vor Jahren der “Heulende Tod” grassierte und uns eines der besten Rollenspielabenteuer der letzen Jahre bescherte, ist Ruhe eingekehrt. Nach den Strapazen des ersten Teils hat unser Held als Mündel eines einflussreichen Elfen Erholung und ein neues Heim in dem kleinen Dorf Westhafen gefunden. Das Abenteuer beginnt also mit dem fast schon obligatorischen Angriff auf ebendieses Dorf, bei dem eine dunkle Macht versucht, in den Besitz eines magischen Splitters zu gelangen, der über den Fortbestand des Guten auf Faerûn entscheidet.
Handling: Die im ersten Teil ohnehin schon sehr praktikable Steuerung hat sich zum Glück kaum verändert. Die frei schwenkbare Kamera lässt keine Wünsche offen, selbst das wildeste Kampfgetümmel bleibt übersichtlich und kontrollierbar. Der ebenfalls schon legendäre Pausenmodus zum Vorbreiten von Sprüchen oder Ausrüsten von Waffen im laufenden Spiel fehlt ebensowenig wie die selbstzuweisbaren “Quickslots” zur schnellen Auswahl von Waffen und sonstigen Ausrüstungsgegenständen. Ähnlich wie “Baldurs Gate 2” unterstützt das Spiel nun bis zu fünf Spieler pro Party. Die Zeiten der eigenwilligen, vom Computer gesteuerten Non-Player-Characters sind vorbei. Unterschiedliche Gruppenkonstellationen bieten außerdem verschiedene Subquests. So sind gewisse Missionen nur mit einen Dieb in der Gruppe zu meistern. Es ist also ratsam, auf die richtigen Beteiligten zu achten.
Was bleibt: Die Grafik-Engine haut einen nur bedingt vom Hocker. Zwar wurde die Shader-Engine stark aufgepeppt, so dass die Bildqualität alles in allem einen recht guten Eindruck macht und für ordentlich Lichtspektakel sorgt. Die Anzahl der verwendeten Polygone ist aber nicht mehr ganz zeitgemäß. Glücklicherweise leidet der Spielspaß hierunter in keiner Weise. Von der ersten Minute an zieht die dichte Atmosphäre den Spieler in ihren Bann und lässt so über die etwas antiquierte Grafik hinwegsehen. Eigentlich ist die geringe Hardwareanforderung auch der Garant für eine größtmögliche Spielerschaft, die sich dann wieder beim Onlinegaming auszahlt. Denn hier gibt es eine Menge zu erkunden. Durch den mitgelieferten Editor lassen sich Module und sogar ganze Adventures “from the scratch” erstellen.
Glanzlicht: “Neverwinter Nights” bleibt die Referenz in Sachen Rollenspiel am Rechenknecht. Das perfekt umgesetzte “Dungeons & Dragons 3.5 Ruleset” lässt einen bereits beim Charaktererstellen die Zeit vergessen. Acht Rassen, zwölf Klassen und zusätzlich 16 Prestigeklassen nebst dem Editor zum Erstellen eigener Adventures bieten zusätzlich einen fast unendlichen Spaß.
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