Pro Evolution Soccer 6

Konami

20.11.2006, 06:00, Text: Gerd Rosenacker

Story: Das Wettrüsten um den digitalen Fußball-Thron geht in eine neue Runde. Nachdem EA Sports im letzten Monat den jüngsten Spross der “FIFA”-Serie ins Rennen warf, antwortet Konami jetzt mit dem sechsten Teil der “PES”-Serie. Der Vollständigkeit halber nochmals die grundlegenden Unterschiede: “PES” bedeutet Realismus, perfektes Gameplay und miese Präsentation, wohingegen “FIFA” durch schnellen Spielspaß, spektakuläre Aktionen und fernsehreife Präsentation punktet. Das Rennen machte jüngst die realistische Variante, Konami konnte sich klammheimlich – trotz mangelhafter Lizenzierung – zuletzt als Branchenprimus etablieren.

Jetzt also das nächste Fernduell: Man ist gespannt.

Handling
: Die Zeitspanne war kurz: Zwischen “PES 5” und “PES 6” ist gerade mal ein Jahr vergangen. Deswegen wundert es nicht, dass die Sensationen in puncto Handling rar sind. Was auf diesem hohen Niveau aber auch nicht nottut: Die beinahe unverändert intuitive, logische und übersichtliche Steuerung ist weiterhin das Filetstück des Sequels. Deutlich verbessert präsentieren sich die Protagonisten jetzt im Zweikampf. Gerade in der Offensive, die bislang beinahe zu realistisch simuliert wurde: Einen Gegner mittels Körpertäuschung oder Übersteiger ins Leere grätschen zu lassen war bei den Vorgängern schwer bis unmöglich. Zaubereien und Zirkusnummern gibt es zwar nach wie vor nicht, aber das Spektrum an Körpertäuschungen und subtilen Variationen bei der Ballbehandlung wurde erheblich erweitert. Ähnliches gilt auch für Fernschüsse, Freistöße und Ecken. Die nämlich sind jetzt noch feiner und exakter zu justieren als ohnehin schon. Heißt: klare Stärkung der Offensive. Sehr begrüßenswert ist auch das überarbeitete KI-Konzept – sowohl defensiv, wo die Verteidiger nun selbstständiger frei stehende Stürmer decken, als auch im Angriff, wo passive Mitspieler den freien Raum suchen. Wie bereits erwähnt: keine Sensationen, aber lobenswerte Detailarbeit auf hohem Niveau.

Was bleibt
: Die Einsicht, dass die Wahl zwischen “PES” und “FIFA” nach wie vor durch subjektive Gesichtspunkte entschieden wird. Zumal man sich wieder aneinander angenähert hat: Wo bei “FIFA” Geschwindigkeit gedrosselt wurde, hat man sie bei “PES” ein wenig erhöht, wo hier Dribblings komplexer wurden, findet man sie dort vereinfacht. Obwohl man festhalten muss, dass “PES” die komplexere und realistischere Simulation bleibt, handelt es sich mittlerweile nur noch um Nuancen. Beide haben sämtliche Kinderkrankheiten überstanden und verfügen über einen anstandslos funktionierenden Online-Modus, über einen dauerhaft fesselnden Liga-Modus und über ein Arsenal an taktischen, strategischen und spielerischen Möglichkeiten, die kaum Anlass zu Kritik geben. Abschließend also das beinahe mantrahafte, aber wieder ehrlich gemeinte Resümee: Realistischer war Fußball nie.

Glanzlicht
: Im Bonus-Menü darf man nun das eigene Team mit Hundeköpfen ausstatten. Auszuwählen aus immerhin zwölf Rassen.



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