
Thurn und Taxis
von Karen und Andreas Seyfarth
18.09.2006, 17:11, Text:
Jasper Nicolaisen,
Jasper Nicolaisen
Story: Uns Heutigen ist die Familie Thurn und Taxis allenfalls noch durch schräge Frisuren und ebensolche Theorien über die Verbreitung von Aids bekannt: Fürstin Gloria verband diese mit dem angeblich starken Trieb des “Negers”. In glanzvolleren Zeiten allerdings verband das Fürstenhaus die Städte Europas mit einem Postkutschennetz, und darum geht es im aktuellen Spiel des Jahres.
Handling: Zwei bis vier Spielende sammeln Städtekarten und versuchen, zusammenhängende Poststrecken auszulegen, deren möglicher Verlauf auf dem Spielplan markiert ist. Je nach Gestalt der Routen gibt es Punkte, wobei das erste Erreichen bestimmter Streckenlängen und Städtekombinationen jeweils besonders belohnt wird.
Was bleibt: Ein unterhaltsames Familienspiel – mit Betonung auf Familie. Für ältere Spielende bietet “Thurn und Taxis” zu wenig. Die zufällige Verteilung der Städtekarten und die fehlende Möglichkeit, die Mitspielenden taktisch zu behindern, bringen auf Kosten der Strategie ein starkes Glückselement ins Spiel. Allenfalls die Überlegung, welche Ziele es auf der Jagd nach Bonuspunkten noch zu verfolgen lohnt, fordert ein wenig Planung, aber auch da macht einem der Zufall schnell einen Strich durch die Rechnung. Für ein so hochdekoriertes Spiel etwas enttäuschend.
Glanzlicht: Der beiliegende Propagandaflyer für das Haus Thurn und Taxis, in dem Fürstin Gloria ihren Ausbeuterverein als Dienstleistungsunternehmen avant la lettre verkaufen darf.
Genre: Brettspiel
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