
Prey
Xbox360, PC
21.08.2006, 06:00, Text:
Gregor Wildermann,
Gregor Wildermann
Story: Tommy ist unzufrieden. Er sitzt in einem Indianerreservat fest und würde lieber mit der Barkeeperin Jen abhauen und möglichst schnell diese langweilige Welt hinter sich lassen. Selbst Iron Maiden aus der Jukebox kann ihn da nicht umstimmen. Doch plötzlich fällt der Strom aus, und leuchtende Kegel durchfluten die Roadhouse-Bar. Momente später findet sich Tommy zusammen mit Jen und seinem Großvater Enisi in einer Art lebenden Raumstation wieder. Aber wer sind diese Aliens, und warum haben sie die Erde überfallen? Tommy kann sich als Einziger befreien, und fortan durchkämmt man die teilweise organischen Räume. Doch es bleibt nicht bei einem Sci-Fi-Shooter à la “Doom” oder “Halo”. Schon bald lernt Tommy, dass er Fähigkeiten aus seiner Indianertradition besitzt, die es ihm erlauben, seinen Körper zu verlassen. Dies wurde von den Entwicklern geschickt für Rätselaufgaben und Kampfabschnitte eingesetzt. Ein mitfliegender Falke dient dabei unauffällig als Hinweisgeber.
Handling: Hat man Videospielen nicht immer vorgeworfen, dass sie ohne neue Ideen immer nach den gleichen Strickmustern programmiert werden? Die Entwickler von Humanhead haben sich diese Kritik zu Herzen genommen und einige brillante Spielideen untergebracht. Dazu gehören zum Beispiel einfache Kisten, die sich als Dimensionstore entpuppen. Dann gibt es Laufstreifen, auf denen Tommy an Wänden hochlaufen kann und damit die Handlung im wahrsten Sinne des Wortes auf den Kopf stellt. Während andere Spiele den Charakter bei groben Verletzungen an den jeweiligen Levelanfang schicken, hatte man auch für die “Todesszenen” eine neue Idee: Auf einem Geisterpfad schießt man mit Pfeil und Bogen auf fliegende Wesen, um dann nach drei geglückten Treffern wieder im Spiel zu landen.
Was bleibt: Alfred Hitchcock brachte die Formel für gute Unterhaltung auf den Punkt: Nicht der eigentliche Knall der Bombe kreiere die Spannung, sondern das Wissen, wo die Bombe seit einer bestimmten Zeit auf die Explosion wartet. Ähnlich ist es bei “Prey”, wo man mit jedem neuen Raum mit Spannung erwartet, welcher Herausforderung man sich nun wieder stellen muss. Sicherlich ist das Spiel stellenweise brutal, und wer Körperflüssigkeiten generell eher unsympathisch findet, wird mit manch üblem Moment konfrontiert. Aber auch das ist Teil der Reizüberflutung, die dieses Spiel so gut hinbekommt und dies mit einem sehr guten Soundtrack von Jeremy Soule untermalt.
Glanzlicht: Wer den Sci-Fi-Film “Cube” gesehen hat, kennt die Situation: Wo ist der Ausgang, wo geht es weiter? Diese Frage stellt man sich besonders bei den Gravitationsräumen, in denen man nie genau weiß, wo oben oder unten ist. Im ganzen Spielverlauf wird man immer wieder gezwungen, seine eigene Perspektive neu auszurichten. Sei es bei den Out-of-Body-Passagen oder durch eine Kameraführung, wie man sie sonst nur aus guten Kinofilmen kennt.
Prey
Take 2
XBox 360, PC
Genre: Adventure-Shooter
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