
DTM Race Driver 3
Codemasters
27.03.2006, 16:27, Text:
Gregor Wildermann,
Gregor Wildermann
PC, Xbox, PS2
Genre: Race-Simulation
Story: Bei Beginn der \"Welttournee\" trifft man auf Teamleiter Rick, der kurz und knapp erklärt, welches Rennen auf der Tagesordnung steht. Wer beim Titel des Spiels aber allein Tourenwagen der DTM-Meisterschaft erwartet, dürfte extrem überrascht sein, welche Vehikel in den 32 Levels mit diversen Fahrzeugklassen ihren Lenker anbieten. Ganz wie beim Sprichwort vom Leben als Pralinenschachtel ist hier die Abwechslung Trumpf: Rund 80 Rennstrecken, 72 verschiedene Fahrzeuge in genau 35 Rennsportdisziplinen gehen an den stehenden oder fliegenden Start. Während man eben noch einen Renault Clio gefahren ist, steigt man kurz danach schon in einen Dirt-Buggy, gefolgt von Monstertrucks, Gokarts oder sogar in Exoten wie den Silberpfeil aus den Dreißigerjahren.
Handling: Während man in anderen Rennspielen bar jeder Realität oder eben immer nur in bestimmten Fahrzeugklassen seine Lenkerfahrung sammelt, muss man sich beim dritten Teil der \"Race Driver\"-Serie immer wieder auf neue Fahrzeuge und deren Handling auf unterschiedlichen Rennkursen einstellen. Deswegen kann es sich lohnen, einzelne Fahrzeugtypen schon mal vorher in Schnellrennen anzutesten. Zu der normalen Herausforderung gesellt sich aber auch noch das sehr detaillierte Schadensmodell mit Motorplatzern, überhitztem Kühler oder abgerissener Fahrwerkaufhängung. Neu sind auch Strafzeiten bei zu rigiden Crashs oder bei ungerechtem Verlassen der Strecke. Was echten Rennkommissaren nur recht ist, war den Entwicklern für dieses Spiel gerade billig. Und selbst wenn man mal von der Strecke fliegt, sind die sehr schnellen Ladezeiten in der Xbox-Version ein gutes Frustpflaster.
Was bleibt: Wer selbst keinen Motorsport mag oder im Fernsehen anschauen will, könnte mit diesem Spiel völlig umgepolt werden. Kein anderer Titel bietet so viel echtes Racing-Gefühl und Abwechslung. Auch die sehr schön inszenierten Motion-Capture-Sequenzen mit Teamleiter Rick stacheln immer wieder zum nächsten Kurs an. Leider hat sich grafisch im Vergleich zum zweiten Teil der Serie nahezu gar nichts getan, und gerade in Hinblick auf die Möglichkeiten der Xbox360 ist man mittlerweile andere Standards gewohnt. Extrem unmodern ist auch die schnarchige Clubsessel-Menümusik ausgefallen, und die Navigation durch die verschiedenen Spielmodi sieht aus, als habe der zuständige Grafiker gerade erst einen Photoshop-Crashkurs belegt. Die informativen Rennkursangaben sind dagegen ein gutes Beispiel, wie man selbst kurze Ladezeiten sinnvoll überbrücken kann.
Glanzlicht: Dank der sehr guten künstlichen Intelligenz des Spiels ergeben sich andauernd tolle Kopf-an-Kopf-Rennen. Da fährt man auf dem fünften Platz in der vorletzten Runde und weiß genau, dass man für die Qualifikation mindestens auf den vierten Rang kommen muss. Im dichten Pulk von 21 Autos hat man sich mühsam durchgeschlagen und manch verbeulten Kotflügel geholt. Im Rückspiegel, den man im Optionsmenü nachträglich zuschalten sollte, sieht man die Konkurrenten, und dann rettet ein waghalsiges Kurvenmanöver noch das gesamte Rennen. Diese packenden Momente erlebt man in nahezu jedem Rennen, und neben dem Split-Screen kann man auch online immerhin noch gegen elf andere Spieler (bei PS2 sind es sieben Fahrer) antreten.
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