Star Wars – Empire At War

Lucasarts / Petroglyph

27.03.2006, 16:25, Text: Bernhard Przybilla, Bernhard Przybilla

PC

Genre: Echtzeitstrategie

Story: Auf der Zeitachse der \"Star Wars\"-Filme ist \"Empire At War\" zwischen dem dritten und vierten Teil der Sci-Fi-Saga angesiedelt. Gerade hat sich Senator Palpatine zum Imperator aufgeschwungen, schon macht sich eine Hand voll Rebellen daran, Planeten unter Kontrolle zu bekommen, um so seiner Terrorherrschaft ein frühes Ende zu setzen.

Handling: Eine ganze Galaxis will nicht nur erobert, sondern auch auf Dauer beherrscht werden, und dafür wurde das Spiel in zwei Teile aufgeteilt. Auf einer strategischen Galaxiskarte werden Kriegsflotten gebaut und verschoben, bevor es auf den Planeten richtig zur Sache geht.

Zunächst im Weltraum, dann auf der Planetenoberfläche darf mit so ziemlich allem gekämpft werden, was auf der Filmleinwand zu sehen war.

Was bleibt: Sex, meinte Ingmar Bergman einmal, ist ein Derbysieger, den man auch zu Tode reiten kann. Manchmal beschleicht einen das Gefühl, dass Lucasarts genau das mit der unverwüstlichen \"Star Wars\"-Franchise vorhat. Gerade wenn ein neues Strategiespiel angekündigt wird, obwohl das Lucas-Imperium in diesem Genre in der Vergangenheit einige veritable Flops auf den Markt geworfen hat. \"Force Commander\" und vor allem \"Rebellion\" jagen auch heute noch mehr Schauer über die Rücken von Strategiefans als das rasselnde Röcheln Darth Vaders. Doch es geht auch anders. Und vor allem besser. Helden, Raumschiffe und ein ausgefeiltes Universum - kaum zu glauben, dass es bei dem Material, das die Filme liefern, so lange gedauert hat, den Stoff für ein Strategiespiel vernünftig zu verpixeln. Zugegeben, spielerisch sind die allermeisten Elemente aus anderen Games bereits bekannt, doch der Mix würde auch ohne \"Star Wars\"-Flair bestens funktionieren. Wer aber schon immer einmal mit Boba Fett oder Darth Vader in die Schlacht ziehen wollte, hat sicherlich eine ganze Ecke mehr Spaß. Schade nur, dass beim Ausbalancieren der Kriegsparteien ein Stück vom Film-Feeling verloren gegangen ist. Abgesehen von verschiedenen Arten des Technikerwerbs (Imperiale entwickeln, Rebellen stehlen neue Technologien), sind sich beide Seiten einfach zu ähnlich. Das \"David gegen Goliath\"-Prinzip, X-Wing vs. Todesstern, kommt kaum zum Zuge. Statt wie in den Filmen mit List und Tücke zum Erfolg zu kommen, ist hier auch für die Rebellen schiere Masse oft Trumpf.

Glanzlicht: Eigentlich ist es ein Feature, wie es in einem Strategiespiel unnützer kaum sein könnte: Mit einem Klick auf den Kamera-Button wechselt die Ansicht von einer strategischen Übersicht in einen Filmmodus, in der die Einheiten nicht mehr gesteuert werden können. Doch dafür heißt es nun zurücklehnen und die Schlachten genießen, die in beeindruckender Optik präsentiert werden. Zumindest dann, wenn eine verdammt schnelle Grafikkarte die Rechenarbeit übernimmt und der Detailregler weit nach rechts geschoben werden kann. So hätte man sich die drei neuen Filme viel öfter gewünscht.



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aus Intro #137 (April 2006)
 
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