
Torino 2006
2K Sports
02.03.2006, 16:39, Text:
Benjamin Walter,
Benjamin Walter
Xbox, PC, PS2
Genre: Wintersport-Simulation
Story: 2006, das Jahr der Fußballweltmeisterschaft. Seit Monaten läuft eine gut geölte Werbemaschinerie, angeführt von einem zottigen Maskottchen und Franz Beckenbauer, durch die Lande und fängt dabei langsam an, kolossal zu nerven. Die Organisatoren des zweiten sportlichen Großereignisses dieses Jahres, den XX. Olympischen Winterspielen in Turin, geben sich bescheidener. Sie haben ihre Veranstaltung im Vorfeld eher wenig, bis gefühlt: gar nicht, angekündigt und hoffen wohl mutig auf einen Überraschungseffekt. Aber auch die wahrscheinlich unpopulärsten Olympischen Spiele aller Zeiten kommen nicht ohne ein offizielles Videospiel aus, das die Wintersportamateure vor der Konsole zu einem fairen und Völker verbindenden Wettstreit anregen möchte.
Handling: Den bis zu vier Spielern stehen acht Disziplinen zur Auswahl: Ski Alpin, Skisprung, Eisschnelllauf, Ski-Langlauf, Biathlon, Bob, Rodeln und Nordische Kombination, wobei Ski Alpin noch einmal in Abfahrt, Super-G, Riesenslalom und Slalom unterteilt ist. Man hat die Wahl zwischen Athleten zahlreicher Nationen, die sich aber nicht in der Spielstärke unterscheiden oder trainiert werden können. Auch sucht man prominente Sportler, wie den bayrischen Rodelgott \"Hackel Schorsch\", vergeblich. Im Wettkampfmodus können alle Disziplinen nacheinander gespielt und die End- und Zwischenergebnisse in der Ligatabelle verglichen werden, bei den Einzelevents wird in der Lieblingsdisziplin Jagd auf Rekorde gemacht. Die Steuerung ist in allen Sportarten denkbar einfach und kommt fast immer nur mit dem linken Ministick und der A-Taste aus. Bei Eisschnelllauf müssen noch zusätzlich A- und B-Taste im richtigen Rhythmus gedrückt werden, um hohe Geschwindigkeiten zu erreichen.
Was bleibt: \"Torino 2006\" ist ein einfach zu verstehendes, übersichtliches Spiel, grafisch im besten Sinne konservativ und erinnert durchaus positiv an den Epyx-Klassiker \"Winter Games\" von 1987. Durch den Mehrspielermodus können sich heiße Rodel- und Skiduelle um Hundertstelsekunden geliefert werden, auch der Skisprung gefällt, und ungeübte Spieler haben schnell Erfolgserlebnisse. Es zählt der olympische Gedanke: besser sein als alle anderen und gewinnen um jeden Preis. Langeweile kommt dagegen leicht für Einzelspieler auf. \"Torino 2006\" bietet keine Überraschungen, und die Xbox wirkt, gemessen am Standard aktueller Sportspiele, etwas unterfordert. Außerdem wurde die Möglichkeit verschenkt, der sympathischen Pseudo-Sportart Curling zu ihrem Konsolendebüt zu verhelfen.
Glanzlicht: Auf der Verpackung wird der realistische Kommentar beworben, und in dieser Beziehung ist \"Torino 2006\" konkurrenzlos. Ein wohlwollender und ein griesgrämiger Sportreporter sind um keine Floskel verlegen und erfreuen mit Weisheiten wie: \"Die Unterstützung des Publikums ist ja für jeden Sportler ungemein wichtig!\"
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