Dead Or Alive 4

Tecmo / Microsoft

02.03.2006, 16:27, Text: Gregor Wildermann, Gregor Wildermann

Xbox360

Genre: Beat'em-up

Story: Eigentlich gibt es in \"Dead Or Alive 4\" zwar schon so etwas wie eine Handlung, aber wenn man anfängt, vom Superkämpfer Projekt Alpha-152 zu reden, schaltet jeder normale Mensch geistig ab. Also konzentriert man sich lieber auf ganz elementare Fragen: Wollten wir nicht immer schon wissen, wie der Xing-Yi-Quan- oder Lucha-Libre-Kampfstil aussieht? \"Dead Or Alive 4\" dürfte mit seinen 16 Arenen die passende Antwort liefern - vorausgesetzt, man besitzt eine Xbox360. Nach passender Charakterauswahl braucht man jeweils acht Kämpfe, um im Story-Modus weiterzukommen.

Handling: Ähnlich wie bei Rennsimulationen lohnt sich bei Beat'em-up-Titeln immer ein Testspiel. Denn nicht jedem liegt der Kampfrhythmus, und man wird schnell merken, dass zwischen \"Tekken\", \"Virtua Fighter\", \"Soul Calibur\" oder eben \"Dead Or Alive\" dann doch noch feine Unterschiede herrschen. Vor allem bei der Charakterauswahl von insgesamt 24 Kämpfern sollte man als Anfänger eher die Figuren auswählen, die universelle Fähigkeiten besitzen. Dazu gehören zum Beispiel der Ninja Ryu Hayabusa, Eliot oder Jann Lee. Ähnlich wie beim Schachsport kennen Beat'em-up-Profis die genauen Stärken und Schwächen jeder einzelnen Figur und kalkulieren mit jeder Bewegung immer eine neue Taktik. Zu dem Line-up der vorherigen Spiele haben sich im vierten Teil genau drei Neuzugänge hinzugesellt. Mit etwas Übung und einer nicht nur auf Zufall ausgerichteten Button-Strategie kommt man auf jeden Fall zu guten Erfolgserlebnissen.

Was bleibt: Immer wenn man dachte, dass eine Spielserie kaum noch zu toppen ist, wird man mit neuen, genau: anders lautenden Wahrheiten konfrontiert. Dabei ist nicht ganz klar, wie viel neuer Spielwert sich durch die Plattformwahl von Microsofts Xbox360 ergibt. Die wirklich lohneswerteste Neuerung ist der Onlinemodus mit bis zu 16 Gegnern und sechs Spiel-Modi. Aber auch die frei drehbare Kamera bei Replays (die man auch abspeichern kann) oder generell die große Anzahl von Spielvarianten zeugt von einem hohen Qualitätsanspruch der Serie. Auch die mehrstöckigen Kampfarenen mit tollen Kamerafahrten als Zwischenanimation lassen diesen neuesten Teil im grellen Scheinwerferlicht erscheinen. Und die jeweiligen Gegebenheiten der Arenen können auch taktisch genutzt werden, wenn man Gegner gegen Elektrozäune stößt oder durch Mauerwände wirft.

Glanzlicht: Was dem sprichwörtlichen Kind und 50 Cent sein Candy-Store ist, dürfte dem Videospieler eine solche Beat'em-up-Orgie sein. Das erste \"Dead Or Alive\" erschien 1996 in der Spielhalle und nutzte dabei schon die wesentlich leistungsfähigeren Boards der Automaten. Aber auch für die Konsole war die Optik immer ein entscheidender Gratmesser der momentanen Möglichkeiten. Die Grafik grenzt im vierten Teil schon fast an Farbenpornografie, und man bereut keine Sekunde, das Erbe der Eltern frühzeitig für einen HD-Fernseher verscherbelt zu haben. Als nette Zugabe hat dann noch Spartan-458 aus \"Halo2\" als freischaltbarer Bonus-Character ihren eindrucksvollen Auf- und Zutritt.



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