Driver: Back On The Streets

PSX

[Reflection / Infogrames]

12.01.2001, 02:54, Text: Autor unbekannt

Mannomann, da kommt eine neue Konsole auf den Markt, und alle Medien-Welt überschlägt sich in Euphorie. Berichte in der Tageszeitung, Features in der Fernsehzeitschrift und Titel auf dem Lifestyle-Magazin. Etwas ab vom ganz großen Mainstream feiert aber noch der alte, etwas angegraute Bruder seine Erfolge. Und das nicht zu knapp. 1,2 Mio. Vorbestellungen für die neuen Abenteuer des Undercover-Agenten Tanner lassen keinen Zweifel an der irren Erwartungshaltung der Spielerwelt gegenüber dem “Driver”-Sequel. Alle verharren in fieberhafter Erwartung, denn die paar Auserwählten, die schon mal “ran” durften, schlagen Purzelbäume vor Begeisterung.

Und wir machen mit. Aber hallo! CD eingelegt und sofort und auf der Stelle für die nächsten Stunden (Tage) das schnöde dritte Jahrtausend ausgeknipst und Steve McQueen bzw. Tanner eingeschaltet: Gib Gas, Alter!
Es hat sich eigentlich nicht viel verändert, die Ziele jedenfalls sind die gleichen geblieben: mit fetten 70s-Schlitten im Zeitlimit abhauen oder einfangen, kaputtfahren und verfolgen, was vier Reifen hat. Tanner und sein neuer Kollege Jones sind auf der Suche nach der Unterweltgröße Caine, die durch Waffen- und Drogengeschäfte den gesamten amerikanischen Kontinent kontrollieren will, bedrängt nur durch ein mysteriöses brasilianisches Kartell. So entsteht für die Undercover-Agenten ein Krieg an drei Fronten. Sie müssen die Syndikate gegeneinander ausspielen, während die “normale” Polizei den beiden die Arbeit nicht erleichtert. Ihre Suche nach den Bossen, nach Verdächtigen und Kronzeugen treibt Tanner und Jones durch Chicago, Havanna, Rio de Janeiro und Las Vegas. Und es wird wieder mal gemunkelt, dass es für das Durchspielen aller Missionen eine Bonus-Map (die englische Heimatstadt der Programmierer) gibt. Aber die Story kennt man ja schon. Der Ausflug in die südlichen Gefilde des Kontinents gibt uns die Möglichkeit, schöne alte Städte zu bewundern und uns über neues, verbessertes Straßendesign zu freuen: Viele Kurven in unterschiedlichsten Winkeln (nicht mehr nur 90 Grad) lassen Tanners Fahrvermögen neue Anforderungen bewältigen. Es gibt Unterführungen und realistische Autobahn-Auffahrten. Baustellen und Hochbahn-Trassen werden zu Hindernisparcours. Und geht es für den Wagen mal nicht mehr weiter, steigt Tanner aus, umläuft das Hindernis und sucht sich auf der anderen Seite einen neuen Renner. Er steigt aus? Jawohl!!! Tanner kann laufen! Tanner kann sich seine Gefährte beliebig aussuchen. Ein kleiner Schritt für ihn. Ein großer Schritt für uns und das Spiel. Das ist der große Coup von Reflection. Das Feature, auf das alle gewartet haben. Nahezu die Vervollkommnung des Spiels - soweit die alte Maschine es halt hergibt.
Der zweite Hammer ist der Zwei-Spieler-Modus. Auch hier ein allgemeines Aufatmen: Es geht doch. Auf vier kleineren Extra-Karten kann jetzt gegeneinander (bzw. miteinander) gerast werden. Wer sich an den Neuerungen satt gespielt hat, darf dann auch gerne auf alle Spiel-Modi aus dem ersten Teil zurückgreifen und Bestzeiten fahren oder möglichst viele Streckenmarkierungen umheizen. Und wer immer noch nicht genug hat, erfreut sich noch mal an den spitzen Zwischensequenzen oder dem stark verbesserten Directors-Mode, mit dem du dir deinen eigenen McQueen-Film basteln kannst.
Mehr geht wohl nicht auf der alten Playstation. Mehr braucht man auch nicht.



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aus Intro #80 (Dezember 2000 / Januar 2001)

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