Myst 5 – End Of Ages

Cyan Worlds / UbiSoft

25.10.2005, 13:42, Text: Bernhard Przybilla, Bernhard Przybilla

PC/Mac

Genre: Adventure

Story: Zum allerletzten Mal geht die Reise in die rätselhafte Traumwelt von \"Myst\". Das Schicksal des uralten Volks der D'ni steht auf dem Spiel. Beim Versuch, die seit langem zerstörte Zivilisation wieder aufzubauen, trifft der wie immer unbenannte Spieler auf die verängstigte Yeesha und den mysteriösen Esher. Zwei Charaktere, die regelmäßig mit wichtigen Informationen aushelfen, dabei aber ihre ganz eigenen Agendas verfolgen.

Handling: Für eine einfache Point-and-Click-Steuerung waren schon die ersten vier Episoden der \"Myst\"-Saga bekannt, und auch für den letzten Teil wurde an dem bewährten Erfolgsrezept wenig verändert.

Wer will, kommt wie bisher allein mit der linken Mousetaste bestens aus. Eine neue 3-D-Engine macht es jetzt aber möglich, sich mit der bei Ego-Shootern üblichen WASD-Steuerung in Echtzeit frei zu bewegen, anstatt wie bislang üblich von Punkt zu Punkt zu springen. Eine sinnvolle Neuerung, auch wenn sie ein wenig zu Lasten der Grafik geht. An die opulente Optik der anderen Teile reicht man nicht immer heran. Um die Grafik ruckelfrei zu genießen, sollte man mehr Rechenpower haben, als vom Hersteller empfohlen wird.

Was bleibt: Mit \"End Of Ages\" wurde nicht nur das angekündigte Ende der \"Myst\"-Saga, sondern wohl auch das der Softwareschmiede Cyan Worlds eingeläutet. Direkt nach Produktionsschluss wurde wegen Geldmangels fast das komplette Entwicklungsteam entlassen. Trotz des absehbaren Desasters legte man aber alles andere als einen lieblosen Abklatsch der Vorgänger hin. Auch der fünfte Teil der Serie bietet die knackigen Rätsel und das Flair, das die Adventure-Fangemeinde zwar seit zehn Jahren spaltet, den \"Myst\"-Machern aber eine treue Gefolgschaft einbrachte. Da kann man leicht über einige Schönheitsfehler hinwegsehen. \"Red Herrings\", also Gegenstände, die keinen Nutzen haben und Spieler in die Irre führen, sucht man im Gegensatz zum hervorragenden Vorgänger \"Revelations\" vergeblich. Schade eigentlich, denn obwohl das Spiel dadurch ein wenig einfacher wird, macht es das \"Myst\"-Universum trotz des oft beeindruckenden Grafikzaubers ein wenig ärmer. Auch beim Sound hätte man sich ein wenig mehr Mühe geben können. Ohne Schrittgeräusche scheint es, als ob der Spieler schweben würde. Da hätten der Umgebung angepasste Sounds deutlich mehr hergemacht. In Sachen Atmosphäre wurden so trotz der ansonsten stimmigen Soundkulisse einige Punkte leichtfertig verschenkt.

Glanzlicht: Auf dem Höhepunkt abzutreten ist ein Kunststück, das nur wenige fertig bringen, und auch Cyan Worlds gelang das nicht ganz. Dafür war der vierte Teil der Serie, der von UbiSoft Montreal produziert wurde, einfach zu gut. \"End Of Ages\" hinterlässt aber trotz eines Endes, das nicht ganz so spektakulär ausfällt, wie man es angesichts der Größe der Saga gewünscht hätte, den angenehmen Wunsch nach einem sechsten Teil. Und das ist mehr, als man erwarten konnte.



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aus Intro #133 (November 2005)
 
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