Destroy All Humans!

THQ

23.05.2005, 17:18, Text: Gregor Wildermann, Gregor Wildermann

Xbox, PS2

Genre: Third-Person-Action-Shooter

Story: Die Alien-Rasse der Furons hat vor langer Zeit ihre DNA mit der menschlichen vermischt, kommt nun jedoch zurück, um erneut Genmaterial einzusammeln. Den Hauptjob übernimmt der kleine graue Großkopf Cryptosporidium-137, kurz Crypto genannt. Er ist gleichzeitig auch auf der Suche nach seinem Vorgänger Crypto-136, der von einer geheimnisvollen Organisation namens Majestic entführt wurde. Wem das jetzt bekannt vorkommt, stolpert bei dem im Amerika der Fünfzigerjahre angesiedelten “Destroy All Humans!” noch über ein Dutzend anderer Stereotype und Filmanleihen: von Rowell über “Akte X” oder von Ed Woods “Plan 9 From Outer Space” über Tim Burtons “Mars Attacks” hin zu den “Men In Black”.

Handling: Der Name eines Entwicklers kann in Einzelfällen immer noch ein gutes Vorzeugnis sein. Die Firma Pandemic Studios hat allein 2004 mit Spielen wie “Full Spectrum Warrior”, “Star Wars: Battlefront” und “Mercenaries” mehr als positiv bewiesen, wozu ein Team fähig ist. Auch ihre australische Niederlassung zeigt mit diesem Alien-Abenteuer, wie man Abwechslung bei einem Konsolentitel neu definieren kann. Cryptos Fähigkeiten wie Telekinese oder die Vorteile der verschiedenen Waffen erlernt man sehr schnell, und der Raketenrucksack erweitert den Bewegungsradius in den Levels ungemein. Andere neue Features wurden geschickt in das Setting eingebaut: So kann Crypto-137 in der Nähe von Menschen deren Gestalt annehmen und wandert danach wie ein laufendes Hologramm durch die Level, um unentdeckt seine Taten zu verrichten. Selbstverständlich kann er auch mit einem kleinen Untertassenraumschiff fliegen und mittels “Death-Ray” oder Transportstrahl grenzenloses Unheil anrichten. Leider gibt es beim Flug mit dem UFO nur eine Spielperspektive, und dadurch mangelt es stellenweise an Übersicht innerhalb der Landschaften und Städte.

Was bleibt: Es ist schon komisch, dass kein Entwickler früher auf die Idee gekommen ist, das Thema Alien-Invasion als eine Kreuzung aus Parodie und Shooter anzulegen. Neben der Themenwahl ist es Pandemic aber auch gelungen, die einzelnen Spielelemente und Filmanleihen gekonnt miteinander zu vereinen. Sarkastische Unteraufgaben wie “Töte 15 Frauen in zwei Minuten” wirken zuerst vielleicht etwas bemüht, geben dem Spiel aber dann den gleichen Reiz wie bei “Grand Theft Auto”, woher man sich auch das Abstufungssystem der Alarmzustände seitens der Polizei entliehen hat. Nicht wirklich originell ist das Aufsammeln von Sonden, mit denen Crypto-137 dann im Mutterschiff seine Waffen aufrüsten kann.

Glanzlicht: “Destroy All Humans!” funktioniert wie ein Spielsandkasten, in dem es immer verschiedene Möglichkeiten gibt und der mit Humor und Ideenreichtum die Geschichte nie langweilig werden lässt. Und mit Waffen wie dem Zap-O-Matic oder der Anal-Probe, die wahlweise weiße oder grüne Blitze aussenden, macht es selbst abseits der 22 Missionen (in sechs größeren Abschnitten) ungeheuren Spaß, auf Menschenjagd zu gehen. Erst wenn Peter Molyneux sein Spiel “The Movies” fertig hat, wird es noch mal ein ähnliches Vergnügen geben.



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