
Ghost In The Shell: Stand Alone Complex
Cavia / Atari
23.05.2005, 17:12, Text:
Ingo Rieser,
Ingo Rieser
PS2
Genre: 3rd-Person-Action
Story: “Ghost In The Shell” und “Ghost In The Shell 2: Innocence” gehören zu den bekannteren Science-Fiction-Animes. “Stand Alone Complex” heißt eine Anime-TV-Serie von Kenji Kumiyama, die im “Ghost In The Shell”-Universum angesiedelte Cyberpunk-Krimis erzählt. Computer und Mensch interagieren hier längst unmittelbar durch Implantate und Interfaces, Cyberbrains genannt. Damit ausgestattet, ist man Teil eines neuralen Netzwerkes, durch das sich natürlich trotz größter Vorsichtsmaßnahmen Hacker Zugang ins Innerste der Menschen verschaffen können. Gleichzeitig werden immer größere körperliche Leistungen durch Cyborg-Technologie möglich.
Handling: Ohne die besonderen Fähigkeiten des technologisch modifizierten Körpers zu nutzen, kommt man nicht weit. Ob man dazu das Trainingslager frequentiert oder direkt in das Spiel einsteigt – das Erlernen der Steuerung wird einige Zeit in Anspruch nehmen: Die fantastisch in Szene gesetzten Sprung- und Ausweichmanöver müssen zumindest halbwegs beherrscht sein. Auch die eigentlich permanent plappernde Einsatzleitung könnte gerne deutlicher werden, was die Aufgabenstellung und vor allem Tipps zu deren Bewältigung angeht. Der Kampf ist bei “Ghost In The Shell: SAC” eine Sache von wenigen Buttons und vielen Bildern. Zwar prügelt man permanent auf denselben Knopf ein, auf dem Bildschirm entwickeln sich aber Anime-typische Kampfszenen, deren Animationen gerade so ästhetisch geraten sind, wie es eben geht, ohne auf die gewisse Brutalität zu verzichten.
Was bleibt: “Stand Alone Complex” hat es auf der PlayStation schwer, so viel Atmosphäre herzustellen wie als TV-Anime. Wer mit den Hintergründen der Geschichte nicht vertraut ist, wird sich anfangs nur schwer mit den typischen, Latexanzug-bekleideten ProtagonistInnen identifizieren können. Überhaupt muss man gut aufpassen. Fans des Franchise werden sich trotzdem wohl fühlen, auch wenn “Stand Alone Complex” nur ein recht konventionelles, aber gut ausgeführtes Actionspiel ist – nicht mehr und nicht weniger.
Glanzlicht: Das Wichtigste sind bei “Stand Alone Complex” die Kämpfe. Und die Verbindung von übertrieben ästhetisierter, spektakulärer Martial-Arts-Cyberpunk-Artistik und imposanten Feuergefechten ist gelungen. Am besten funktioniert das bei Team-Kämpfen mit Multitap und bis zu vier Spielern. Neben vielen Nahkampf-Angriffs-Kombinationen stehen 15 Waffentypen zur Verfügung. Es macht wesentlich mehr Spaß, das alles gegen reale Opponenten zu nutzen, da die KI des oppositionellen Personals wie die von Generationen von Pixelgegnern meist nur dafür reicht, nicht zu langweilen. Kanonenfutter eben – in dessen Schaltkreise man sich obendrein geschickt einhacken kann, um die Kontrolle zu übernehmen.
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