Rund & Eckig

Gamesticker

30.09.2002, 17:03, Text: Gregor Wildermann, Gregor Wildermann

Der russische Professor Alexey Pajitnov erdachte Anfang der Achtziger ein simples Spiel namens Tetris, das ihm selbst erst nach einem langen Rechtstreit eine Beteiligung an den Profiten einbrachte. An der Anziehungskraft des Spiels hat sich über die Jahre kaum etwas geändert und so verwundert es nicht, dass auch die Neuauflage Tetris Worlds (THQ) für alle gängigen Next-Generation-Konsolen sowie für den GBA erhältlich ist. Sechs verschiedene Spielmöglichkeiten bietet die neue, von Blue Planet Software (USA) umgesetzte Edition, wobei die Fusion-Variante eine wirklich neue Herausforderung ist. Als Allheilmittel gegen Langeweile ist auch die Vier-Spieler-Variante zu empfehlen.

Eine ganz eigene Genremischung in Anlehnung an an Pajitnovs Klassiker ist das etwas ältere Cosmic Smash (Sega), das als eines der letzten Dreamcast-Spiele leider nie in Europa veröffentlicht wurde und nur als japanischer Import verfügbar ist. Als Mischung aus Tennis und Tetris spielt man mit einer Sci-Fi-Figur in einem virtuellen Raum und muss durch geschicktes Plazieren des rot glühenden Balles die beweglichen Blöcke treffen. Auch hier liegt der Suchtfaktor im oberen Bereich und Sega beweißt wieder einmal, was gutes Gameplay ausmacht. Einen neuen Ansatz zum Thema Geschicklichkeitsspiel bietet ZooCube (Acclaim), dessen zentraler Punkt ein fliegender und drehender Würfel ist. Wie ein Magnet zieht er heranfliegende Würfel an, die mit unterschiedlichen Tieren gefüllt sind. Gleiche Paare ergeben Punkte und lösen sich dann auf; ungleiche Paare bleiben bestehen und bei mehr als fünf dieser Kombinationen ist das Spiel verloren. Prinzipiell ist die Grundidee recht überzeugend, jedoch ist in der GameCube-Version die Steuerung recht träge und so steht der Frust über eine versemmelte Kombination zu häufig auf der Spielliste. Auch die sieben Hintergrundumgebungen fördern nicht gerade den Spielfluss, da man häufig die Objekte in ihren Farben nicht richtig erkennt. Schade, dass diese Idee noch mit Mängeln behaftet ist. Ganz anders verhält es sich mit Super Mario Sunshine (Nintendo), das in dieser Reihe von Geschicklichkeitsspielen bestens aufgehoben ist. Seit gut 17 Jahren erleben Videospieler die von Shigeru Miyamoto erdachten Abenteuer des Klempners Mario, der in seinem ersten Spiel noch Jumpman hieß und Mario Segali (dem italienischen Vermieter der New Yorker Nintendo-Büros) verdammt ähnlich sah. 130 Millionen Spiele später steht nun der erste Mario-Titel für die neue GameCube-Konsole an, wobei viele Miyamoto´s „Pikmin“ oder „Luigis Mansion“ noch nicht zu Ende gespielt haben. Das klassische Jump & Run-Game bringt mit einer Wasserkanone ein ganz neues Zubehör ins Spiel, denn erstmals kann Mario wie mit einem Jetpack durch die Landschaften fliegen oder auf Laufseilen balancieren. In jeder Spielminute stecken mehr Ideen als in manch kompletten Game der Konkurrenz und deswegen gehört dieser Titel mit Sicherheit zu den Essentials des Oktobers.



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