Your Mommy Kills Animals
Online-Exklusiv-Interview mit Florian Radke, PETA Deutschland
31.03.2009, 16:29, Text:
linus volkmann
Zu den im Film unwidersprochenen Vorwürfen gegenüber PETA haben wir die deutsche Dependance befragt, und Florian Radke (Ex-Musiker von ZSK) gab jene Antworten, die auf DVD noch fehlten.
Wie seid ihr bei PETA in Deutschland auf den Film aufmerksam geworden?
Wir haben den Film bis jetzt nur am Rande mitbekommen. Auch bei PETA USA war er kein großes Thema. Auch wenn es in dem Film Vorwürfe gegen PETA USA gibt, finde ich es toll, dass es ein Film über Tierrechte in die Kinos schafft!
Kanntet ihr die Vorwürfe, die dort auftauchen, bereits? Und wie steht ihr zu dem Aspekt, dass ethisches Behandeln der streunenden Tiere bzw. Labortiere vor allem humanes Töten bedeutet?
Ja, die Vorwürfe gegen PETA USA kennen wir. Vor allem durch die breit angelegte PR-Kampagne des Center For Consumer Freedom, einem Interessenverband der Tabak- und Fleischindustrie, ist das Thema ja schon lange in den Medien. Die Geschichte dazu ist eine etwas längere, und um das alles beurteilen zu können ist es wichtig, sich die Situation der Millionen von Tieren in US-amerikanischen Tierheimen vor Augen zu führen. Jährlich müssen dort mindestens vier Millionen Tiere eingeschläfert werden, weil es für sie kein geeignetes Zuhause gibt.
Es gibt prinzipiell zwei Arten von Tierheimen in den USA. Normale und sogenannte "No Kill Shelter". Erstere nehmen alle Tiere auf, versuchen, sie zu vermitteln, und töten die, die nicht vermittelt werden können, nach einer bestimmten Zeit. Z. T. geschieht dies auf sehr schmerzhafte und grauenhafte Weise wie Vergasen oder Erschießen. Die sogenannten "No Kill Shelters" nehmen nur Tiere an, die sie für vermittelbar halten - und auch nur dann, wenn sie nicht überfüllt sind, was fast immer der Fall ist. Diese Einrichtungen nehmen keine Tiere auf, die in ihren Augen zu alt, krank oder verhaltensgestört sind.
Konkret geht es bei den Vorwürfen gegen PETA USA um Tiere aus Tierheimen in North Carolina, einer Gegend mit besonders vielen herrenlosen Tieren. Angefangen hat diese Arbeit in North Carolina im Jahr 2000 durch einen Anruf von einem Polizisten, der über die Bedingungen in einem Tierheim in Bertie County - einem der ärmsten Teile des Staates - erschüttert war. In den darauffolgenden Jahren besuchte PETA USA das Tierheim und andere, die die Organisation in diesem Gebiet entdeckt hatte und wo ähnliche Bedingungen herrschten, regelmäßig. All diese Tierheime lagen innerhalb eines Radius' von 90 Meilen (ca. 135 km) vom PETA-USA-Büro in Norfolk aus.
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