Wolfgang Frömberg / Spucke
Roman-Debüt: 1Live-Lesung als Podcast
26.10.2009, 09:56, Text:
Jörg Sundermeier, Foto: Katharina Poblotzki
[34 Kommentare]
Bücher über oder gar gegen die Verhältnisse zu schreiben liegt für viele Autoren nah. Aber nur die Wenigsten stoßen wirklich unsentimental und in gewitzter Schärfe zum Kern der Dinge vor. Wolfgang Frömberg ist das gelungen, er hält in "Spucke" die Wunden wach und schrieb einen famosen Debütroman über einen prekären It-Boy am Rande des Nervenzusammenbruchs. UPDATE: Die Lesung von Wolfgang Frömberg vom 30.10.2009 im Rahmen von 1Live Klubbing gibt es hier als Podcast.
Wolfgang Frömberg, früher in Lohn und Brot bei der Spex und seit einigen Jahren im Impressum dieses Magazins zu finden, hat über seine Zeit bei dem legendären Magazin Spex geschrieben. Über die Zeit, als das Magazin noch in Köln saß, der Umzug aber schon beschlossen war.
Und doch ist das Blatt Spucke, wie es im Roman heißt, mehr als nur dieses eine Magazin. Auch Köln ist mehr als nur die Rheingroßstadt, die wir kennen, und Musikkritik ist mehr als nur Kritik der neuesten heißen Scheiben. Frömbergs Held und Antiheld Förster ist bettelarm, reibt sich für die Arbeit an Spucke auf und wird dabei - wie seine Mutter in ihrem Leben - langsam verrückt. Oder man kann es auch so sehen: Er sieht plötzlich klarer. Er sieht, dass wir alle Leichen im Keller haben. Die der Eltern, die der Großeltern, auch eigene. Leichen, die man nicht so leicht übergehen kann.
Wer nun allerdings einen Schlüsselroman über die Spex erwartet, der war vor einigen Jahren schon bei Dietmar Daths großartigem Roman "Phonon" (den Frömberg das eine oder andere Mal freundlich zitiert) schlecht bedient, und auch in diesem Buch erfährt man nicht, wer wem den Koffer trug und wem den Arsch ausleckte. Das ist auch egal; selbst dann, wenn man die Namen zuordnen kann, kommt man nicht auf seine Kosten. Frömberg hat keine Zeit für Klatsch, es geht ihm um das große Ganze, wie jedem ordentlichen Linken. Daher hat die Nation, hat der März-Verlag, die Wochenzeitung Jungle World, haben Bret Easton Ellis, Zadie Smith, Rainald Goetz und ihre Schreibtheorien einen größeren Platz im Roman als die Redaktion. Es geht Frömberg um die Frage: Wie kann man als Linker, als Pop-Liebhaber, als Mensch in diesem Kapitalismus bestehen, ohne verrückt zu werden? Und wie kann man schreiben, ohne darüber zu schreiben?
Heraus kommt dabei eine durchaus fesselnde Geschichte, Frömbergs Erzähler legt falsche Fährten, spielt die Protagonisten gegeneinander aus, wechselt rasch die Perspektiven und findet immer wieder eine Metaebene, wo wir keine erwarten. Das macht seinen Roman stark und lässt die paar Stellen vergessen, an denen etwa Blumfeld oder Tocotronic anstelle von Philosophen herhalten müssen oder Wehleidigkeit den guten alten Klassenhass vergessen machen soll. Förster ist, obschon auch manchmal zu verschnöselt, sehr liebenswert. Wie dieses Buch insgesamt. Ganz egal, ob man weiß, wer mit wem schlief, damals, oder eben nicht.
Wolfgang Frömberg "Spucke"
(Hablizel, 224 S., EUR 14,90)
UPDATE: Die Lesung von Wolfgang Frömberg vom 30.10.2009 im Rahmen von 1Live Klubbing gibt es hier als Podcast.
Mehr Infos unter www.hablizel-verlag.de
Lesungen mit Wolfgang Frömberg:
27.10.2009 Berlin, Monarch
29.10.2009 Köln, King Georg
30.10.2009 Köln, 1Live Salon (live in 1Live Klubbing ab 23 Uhr)
28.11.2009 Dresden Groove Station
04.12.2009 Bochum, Goldkante
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Intro 26.10.2009 | 09:56:00
Bücher über oder gar gegen die Verhältnisse zu schreiben liegt für viele Autoren nah. Aber nur die Wenigsten stoßen wirklich unsentimental und in gewitzter Schärfe zum Kern der Dinge vor. Wolfgang Frömberg ist das gelungen, er hält in "Spucke" die Wunden wach und schrieb einen famosen Debütroman über einen prekären It-Boy am Rande des Nervenzusammenbruchs.
Legoland 27.10.2009 | 11:05:05
Legolize it!
ist der "it"- boy, oder der "I.T.- boy", aus der (I.T.- branche) gemeint? dann wäre die frage, was genau ein "it" in diesem falle so wäre? glamour? paris hilton? Technikfetischismus? ist es das psychologische ES? die charaktermaske angelegt, die so schmerzhaft an den ohren ziept?
Editiert von
Legoland am 27.10.2009 11:23:47
hatebag 27.10.2009 | 13:27:03
You're welcome
Fragen Popagen
Legoland 28.10.2009 | 17:46:23
Legolize it!
na? profilbild geändert?
hehe
hatebag 28.10.2009 | 18:33:22
You're welcome
Antworten bekommen?
Legoland 29.10.2009 | 02:16:12
Legolize it!
immer. du?
hatebag 29.10.2009 | 11:46:48
You're welcome
Ich muss it dir dann nicht erklären.
Editiert von
hatebag am 29.10.2009 12:00:05
Reverend 29.10.2009 | 12:10:04
war immer aufrichtig
Wovon redet ihr?
Wie ist denn das Buch?
Legoland 29.10.2009 | 15:48:52
Legolize it!
du kannst "prekärer it- boy" doch garnicht erklären. angeber.
hatebag 29.10.2009 | 15:55:20
You're welcome
Hatte sich ja auch erledigt. Angeblich.
Legoland 29.10.2009 | 16:02:54
Legolize it!
aber wenn nicht, hättest du nicht können!
hatebag 29.10.2009 | 16:09:11
You're welcome
Editiert von
hatebag am 29.10.2009 16:28:33
Legoland 29.10.2009 | 17:08:02
Legolize it!
ah. cool. ein "goldies"- video. das, wie sagt man, kann was!
hatebag 29.10.2009 | 17:43:18
You're welcome
Keine Ahnung
Legoland 29.10.2009 | 18:01:37
Legolize it!
cool!
hatebag 29.10.2009 | 18:05:50
You're welcome
Wohl kaum.
Legoland 29.10.2009 | 18:08:09
Legolize it!
nicht?
hatebag 29.10.2009 | 18:10:12
You're welcome
Nicht mal im Traum.
Legoland 29.10.2009 | 18:27:19
Legolize it!
ach so. ich verstehe. aber ich hab gelogen. niemand hat mir "prekärer it- boy" erklärt. tatsächlich weiß ich immer noch nicht, was das zu bedeuten hat. also, lieber hatebag, bitte, wenn du so nett sein würdest...?!
hatebag 29.10.2009 | 19:36:09
You're welcome
Lies doch einfach das Buch
Legoland 29.10.2009 | 19:56:59
Legolize it!
aber hatebag. ich würd's gern von dir wissen. echt jetzt.
hatebag 29.10.2009 | 20:09:14
You're welcome
Um was es in dem Buch geht? Habe es nicht gelesen.
Legoland 29.10.2009 | 20:11:58
Legolize it!
neeeeeeiiiin. was ein "prekärer it- boy" ist. du scheinst es doch zu wissen!
hatebag 29.10.2009 | 20:56:03
You're welcomeist der "it"- boy, oder der "I.T.- boy", aus der (I.T.- branche) gemeint?
Lieber Legoland, der It-Boy ist die männliche Version des It-Girls und hat nichts mit der I.T. oder IT-Branche zu tun.An It girl or It-girl is a charming, sexy young woman who receives intense media coverage unrelated or disproportional to personal achievements. The reign of an "It girl" is usually temporary; some of the rising It girls will either become fully-fledged celebrities or their popularity will fade. The term "It boy", much less frequently used, is the male equivalent. This term is unrelated to the abbreviation IT.
The term was coined by English romance novelist and screenwriter Elinor Glyn to describe actress Clara Bow as she appeared in the 1927 Hollywood silent film It. Glyn described the term thus:
"IT" is that quality possessed by some which draws all others with its magnetic force. With "IT" you win all men if you are a woman—all women if you are a man. "IT" can be a quality of the mind as well as a physical attraction.
and
Self-confidence and indifference whether you are pleasing or not—and something in you that gives the impression that you are not at all cold. That's "IT".
However, the movie also plays with the notion that "it" is a quality which eschews definitions and categories; consequently the girl portrayed by Bow is an amalgam of an ingenue and a femme fatale, with a touch of "material girl". By contrast, her rival is equally young and comely, and even rich, blonde and well-bred to boot, but she simply hasn't got "it".
Based on Glyn's novella of the same title, the movie was planned as a special showcase for the popular Paramount Studios star. Owing to Glyn's widely publicized pronouncement, the term It girl entered the cultural lexicon. Bow's contemporary and friend, the actress Louise Brooks was also widely described as an "It girl", especially retrospectively.
[edit] Modern "It girls"
Since 1927 the term has been extended beyond the world of film, referring to whoever in society, fashion or the performing arts was in vogue at the time, and eventually extending beyond young female performing artists to mere "media celebrities".
The British underground newspaper, International Times, also known as IT, used as its logo a black-and-white image of Theda Bara, vampish star of silent films. The founders' original intention had been to incorporate an image of Clara Bow, but an image of Theda Bara was used by accident and, once deployed, was never changed. The paper's logo is therefore sometimes called 'the it girl'. Andy Warhol's muse, Edie Sedgwick, was dubbed the It Girl.
The writer William Donaldson observed that, having initially been coined in the 1920s, the term was applied in the 1990s to describe "a young woman of noticeable 'sex appeal' who occupied herself by shoe shopping and party-going."
Hier: Frömbergs Held und Antiheld Förster ist der It Boy, da dieser bettelarm ist, spricht der Rezensent von einem prekären It-Boy.
Editiert von
hatebag am 29.10.2009 20:58:51
hatebag 29.10.2009 | 21:02:42
You're welcomedann wäre die frage, was genau ein "it" in diesem falle so wäre?
Dafür müsstest du dann wohl das Buch lesen. Da es um Köln und Spex geht, ist It-Boy vermutlich eh ironisch gemeint - also eher "It-Boy" in Anführungszeichen.
Editiert von
hatebag am 29.10.2009 21:22:21





