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Frank Miller/Geof Darrow

Hard Boiled

24.10.2008, 09:00, Text: Christian Meyer

Kurz bevor er sich aufmachte, das Hard Boiled- und Noir-Genre mit seiner “Sin City”-Saga zu revolutionieren, fabrizierte Frank Miller 1990 eine kürzere Geschichte, die dafür umso irrwitziger alle bisherigen Gewaltexzesse in seinem Werk übertraf. “Hard Boiled” erzählt von dem Steuereintreiber Nixon, der das perfekte amerikanische Familienidyll vorlebt: “Eine Frau, zwei Kinder, drei Hypotheken”. Doch dann brennt bei Nixon eine Sicherung durch. Es entfaltet sich eine unvergleichliche Materialschlacht. Der Zeichner und Film-Designer (“The Matrix”) Geof Darrow hat sichtlich Spaß an den oft ganzseitigen Darstellungen dieses Amoklaufs.

Im retro-futuristischen Stil fängt er detailreich das absurde Sci-Fi-Szenario ein.  Die beste Passage: Unser Held sitzt auf dem Boden und blickt auf seine Hände: “Ich dachte, ich bin ein ganz normaler Typ!”. Nixons Körper qualmt, Hände und Kopf offenbaren unter der geschmolzenen Haut einen Metalkorpus. “So wie ich aussehe, kann ich doch nicht zu meiner Frau und den Kindern zurück ...”  Schön, dass Cross Cult diesen lange vergriffenen und von der deutschen Justiz gegängelten Comic vor dem Vergessen rettet. Im Handel erhältlich ab 15.12.2008 (Cross Cult)

erschienen in Projektor Dezember 2008 (Promotionbeilage von Intro)



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