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Comic-Szenen Hamburg/Berlin

Jenseits der Knollennase

21.04.2008, 14:41, Text: Matthias Schneider, Foto: Sascha Hommer

Die Geister der deutschen Comic-Fans scheiden sich: Spaß oder Ernst, Kunst oder Unterhaltung, Avantgarde oder Mainstream. Ob die Szene-Hochburgen Berlin und Hamburg bestimmte Richtungen repräsentieren - und wie sich deren Repräsentanten Sascha Hommer und Andreas Michalke dazu verhalten -, untersucht für uns Matthias Schneider.




Hamburg und Berlin sind seit jeher die Brennpunkte der deutschen Comic-Szene. Nirgendwo sonst gibt es so viele Verlage und ZeichnerInnen wie in der Hanse- und der Hauptstadt. Nach Jahren der Berliner Dominanz scheint sich nun ein Wandel zu vollziehen. Aus Hamburg kommt frischer Wind. Zwar ist es fast unmöglich, allen in Berlin und Hamburg ansässigen ZeichnerInnen ein stadtspezifisches Branding aufzudrücken - zu verschieden sind sie in ihrer künstlerischen Art, in Arbeitstechnik und Publikationsform, als dass man sie einer bestimmten Richtung zuschreiben könnte -, dennoch gibt es charakteristische Besonderheiten. Grund genug für ein paar nähere Betrachtungen.

Klar, dass nur wenige VertreterInnen der Berliner und Hamburger Schule tatsächlich dort geboren sind. Echte Berliner wie Fil und Mawil gehören zu den Ausnahmen. Ein Großteil der Berliner Szene besteht aus Zugezogenen - wie zum Beispiel Reinhard Kleist, der in der Nähe von Köln geboren ist, Elke Steiner, die aus Bremen stammt, oder Flix, der aus Münster rübergemacht hat. Da wären noch die Hamburger, die inzwischen in Berlin leben und arbeiten, wie Tim Dinter oder Andreas Michalke. Auf der Hamburger Seite verhält es sich nicht anders: Calle Claus ist Braunschweiger, Arne Bellstorf kommt aus Dannenberg, Line Hoven ist in Bonn geboren und Sascha Hommer im schönen Schwarzwald aufgewachsen.

Schulen / Hochschulen

Im Gegensatz zu den Berlinern, die meist aus privaten Gründen kamen, spielte für manchen Wahlhamburger das Studium eine ausschlaggebende Rolle. Bellstorf, Hoven und Hommer, die man seit ihren jeweiligen Debüts zu Recht als Vertreter einer neuen und wegweisenden Generation feiert, haben in Hamburg an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Illustration und Kommunikationsdesign studiert. Seit 1997 hat die Berlinerin Anke Feuchtenberger dort eine Professur für Illustration inne, deren Kurse auch Hommer besuchte. Seine Begründung: "In Deutschland gibt es keinen Studiengang Comic, deswegen lag es nahe, zu jemand zu gehen, der Erfahrung mit Comics hat."

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aus Intro #160 (Mai 2008)
 
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