Kill Your Friends
Ein Interview mit John Niven
14.04.2008, 13:24, Text:
Martin Riemann
In seinem Roman "Kill Your Friends" führt uns der schottische Autor John Niven - selbst ehemaliger A&R - zurück in die 90er. Eine Zeit, in der die Majors sagenhafte Gewinne machten und anscheinend zum Sammelbecken der abartigsten Gestalten wurden. Intro berichtete. Im Mai kommt der Mann samt seinem monströsen Helden Steven Stelfox auf Lesereise nach D-Land. Martin Riemann wollte vorher noch mal genau wissen, was an Nivens Roman der Wirklichkeit im Musikbusiness entspricht.
Haben Sie jemanden wie Steven Stelfox persönlich erlebt?
Ich habe einige Leute getroffen, die Stelfox stark ähnelten. Er ist eine Mischung aus den zwei oder drei schlimmsten darunter.
Stelfox ist ein Monster, doch oft genug sind seine hasserfüllten Reden sehr witzig, und ich habe mich oft genug dabei ertappt, ihm innerlich beizupflichten.
So abscheulich Stelfox auch sein mag, viele der Menschen, die ihn umgeben, sind sogar noch schlimmer als er. Es wird dem Leser manchmal unangenehm sein, wenn er merkt, dass er mit Stelfox' Ansichten übereinstimmt.
Ich nehme an, Ihre Beschreibungen von Drogenmissbrauch und den damit verbundenen Ausschweifungen sind nicht mal übertrieben.
Nein. Als ich mit dem Buch fertig war, schickte ich es einem ehemaligen Kollegen. Er meinte: "Lustigerweise werden die Leser denken, dass du maßlos übertreibst ..."
Aber warum ist in Ihrem Buch Stelfox' Besessenheit von Pornografie und Prostitution so überpräsent?
Überall, wo man vom Ruhm geblendete junge Menschen, machthungrige Alphamännchen und viel Kokain findet, entsteht ein verstärktes Interesse an sexuellen Extremen. Das trifft auf Hollywood zu - und auch auf die Musikindustrie.
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