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Jeffrey Thomas

Punktown

[Lausch / Al!ve]

11.04.2008, 17:49, Text: linus volkmann

In dem technoid-morbiden Punktown ist die Hölle los. Die Negativ-Utopie präsentiert Klone, Monstren und Ärger. Kongenial umgesetzt von dem Hamburger Lausch-Label und dessen Eigner Günter Merlau. Noch Fragen? Eigentlich ... ja! Na, dann mal los:




Wie seid ihr auf den Stoff für "Punktown" gestoßen?
Frank Festa hatte den entscheidenden Tipp für mich, er übergab mir das Buch von Jeffrey Thomas mit den Worten: "Jetzt weiß ich, was du suchst, das hier wird dir gefallen!" Und so war es auch, schon nach der ersten Geschichte wusste ich, dass ich "Punktown" machen wollte.

Was ist für dich der persönliche Trigger, der dich an der Vorlage reizte?

Ich habe wenig Sinn für Horror, noch für Splatter, Zombie-Filme oder Ähnliches. Das klingt vielleicht witzig angesichts unseres sehr harten Programms, aber ich bin alles andere als ein Slasher-Fan. Mich langweilen Schlitzerfilme zu Tode, das ist etwas für 16-Jährige. Wirklich schlimm ist es, in einem kleinen Raum mit drei verdrogten Irren eingesperrt zu sein, die sich langsam über deine Familie hermachen. Solche Dinge sind der Kern der Geschichten von Thomas, das hat mich berührt.

Gibt es eine liebste Punchline aus dem Werk?
Punchline? Klingt nach Marketing-Deutsch. Einzelne Sätze zu zitieren ist so, als wenn man zwei Takte aus der "9. Symphonie" von Mahler vorspielt: Vermittelt nichts, die Geschichte entfaltet sich nur als Ganzes.

Wie sieht es perspektivisch aus? Wird "Punktown" in einer Form fortgesetzt?
Es gibt dieses Jahr noch drei weitere Geschichten aus der düsteren Megalopolis. "Freuen" kann man sich auf "Sweaty Betty", eine wirklich schaurige Geburtsstätte von Mutanten, "Hassmaschine", eine kurze heftige Erzählung um einen Hassableiter, oder "Zeit der Häutung", eine Episode um die Riten der "Leber-Egel", und ja, es ist genauso ekelerregend, wie es sich anhört. Neue und bekannte Schauspieler werden vortragen, und sie sind alle herausragend.

Auf den CDs hört man professionelle Sprecher, amtliche Sounds, aber es geht sicher auch nicht immer glatt. Gibt es vielleicht eine lustige Studio-Anekdote, die du teilen könntest?
Zur Produktion der Lausch-Reihe "Caine" hatte ich vor den Aufnahmen hitzige Diskussionen mit dem Hauptdarsteller ob der Härten im Stück, das war sehr schwierig. Es wurden ganze Takes vergessen aufzunehmen, und der entsprechende Schauspieler war mittlerweile im Urlaub. Daten wurden gelöscht, schon fertiggestellte Szenen überschrieben, Mikrofone beim intensiven Spiel umgerissen und zerstört und so weiter und so weiter.

Jeffrey Thomas "Punktown" (Lausch / Al!ve)




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aus Intro #160 (Mai 2008)
 
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