Massimo Carlotto

Arrivederci Amore, Ciao

[Tropen, 186 S., EUR 18,80]

28.02.2007, 11:40, Text: Dörte Miosga

“Arrivederci Amore, Ciao” klingt wie ein schmachtender Schlager: Hinter dem Titel vermutet man eher einen schnulzigen Liebesroman als ein Porträt italienischer Zustände zwischen Polizei und Mafia. Giorgio Pellegrini ist in Italien ein bekannter Terrorist und flieht nach Mittelamerika. Der Mann hat keinerlei Skrupel und nutzt jede Gelegenheit, um sich freizukaufen. Um die Gunst eines Guerilla-Comandante buhlend, erschießt er seinen Freund Luca. Dann kehrt er nach Italien zurück, um ehemalige Kameraden zu verraten und mildernde Umstände zu bekommen. Mit einem korrupten Kommissar plant er einen Mega-Coup, und tatsächlich ist er nach dem Überfall auf einen Geldtransporter reich. Er eröffnet ein Restaurant und strebt ein Verfahren zur “Wiedereinsetzung in die früheren Rechte” an, das sein Vorstrafen-Register löschen würde. Fieberhaft verfolgt er sein Ziel, ein normales Leben zu führen, aber die Vergangenheit holt ihn ein.
Die Story ist gut und von Autor Carlotto, der in Italien unschuldig sechs Jahre im Gefängnis saß, spannend erzählt. Nur der Männlichkeits-Wahn und das Cowboy-Pathos nerven: Hier werden reihenweise Schädel eingeschlagen und “heiße Bräute flachgelegt”. Während der Charakter Pellegrini wie ein Abziehbild daherkommt, sind die “Mafia moderner Prägung” und “das nordostitalienische Wirtschaftssystem, in dem sich legale und illegale Wirtschaft zu einem einzigen System mischen”, faszinierend und glaubhaft dargestellt.




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aus Intro #147 (März 2007)
 
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