Howard Zinn

Eine Geschichte des amerikanischen Volkes. Band 5: Siegeszug des Kapitals

[Schwarzerfreitag, 131 S., EUR 8,80]

29.01.2007, 06:00, Text: Martin Büsser

Jello Biafra hatte Ende der 1990er eine Vorlesung von Howard Zinn als CD auf seinem “Alternative Tentacles”-Label veröffentlicht. Was trockener Uni-Stoff auf einem Punk-Label zu suchen hat? Gar nichts, doch bei Howard Zinn, Professor in Ruhestand, geht es nicht trocken, sondern höchst lebhaft zur Sache, was ihm unter US-amerikanischen Historikern nicht nur Freunde einbrachte: Sein Hauptwerk, “Eine Geschichte des amerikanischen Volkes”, sei unsachlich und genüge nicht den wissenschaftlichen Ansprüchen. Doch dass er Partei ergreift, weiß Zinn selbst und merkte bereits im ersten Band an, dass Geschichte ein Konflikt “zwischen Eroberern und Eroberten, Herren und Sklaven, Kapitalisten und Arbeitern, rassisch oder sexuell Dominierten und Dominierenden” sei. “Und in einer solchen Welt der Konflikte, einer Welt von Opfern und Henkern, ist es, wie Albert Camus gesagt hat, die Aufgabe der denkenden Menschen, nicht auf der Seite der Henker zu stehen.” Das ist Klartext. Und dieser Klartext, mit dem Zinn durchaus parteiisch (sprich: marxistisch) die Geschichte Amerikas von seiner Entdeckung durch Kolumbus bis zur Gegenwart aus Sicht der Armen, Unterdrückten und Namenlosen nachzeichnet, machte aus seinem Buch in den USA einen Bestseller. Weil “gut lesbar” allerdings noch lange nicht “populistisch” bedeuten muss, ist die deutsche, auf neun handliche Bände ausgelegte Ausgabe seines Hauptwerks durchaus zu empfehlen. Gerade ist der fünfte Band erschienen, der sich wie alle anderen auch einzeln lesen lässt.




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aus Intro #146 (Februar 2007)
 
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