
Arne Bellstorf
Acht, Neun, Zehn
24.10.2005, 11:57, Text:
Sonja Eismann,
Sonja Eismann
Reprodukt, 94 S., EUR 13
Die suburbane Tristesse, die man aus traurig-autobiografischen Comics aus den USA kennt, platzt in \"Acht, Neun, Zehn\" aus jedem Panel. Doch was aus der TV-Mythen-umrankten Distanz trotz offensichtlich brüllender Ödnis in einer Rezeption diesseits des Atlantiks immer noch Glamour hat, ist bei der Umlegung auf wohlbekannte Verhältnisse so lähmend und drückend, dass man anfangen muss, die eigene Faszination für amerikanische Outsider-Jugenden im beklemmenden Spießer-Setting zu hinterfragen. Das ist nur eines der Verdienste dieser durch und durch traurigen Graphic Novel um einen äußerlich ereignislosen Sommer des Jungen Christoph, der allein mit seiner Mutter in einer namenlosen deutschen Vorstadt lebt und frustriert darauf wartet, im nächsten Jahr die zehnte Klasse zu wiederholen.
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