
S. Droschl, C. Höller, H. Wiltsche (Hg.)
Techno-Visionen. Neue Sounds, Neue Bildräume
21.05.2005, 10:04, Text:
arno raffeiner,
arno raffeiner
Folio, 190 S., EUR 18,50
Vielleicht liegt das Wesen der kulturellen Praxis Techno genau darin, dass sie sich nicht festschreiben lässt und immer kontingent bleibt, dass sie ihre eigene Grenze darstellt und sich aufgrund ihres visionären Charakters beständig selbst in Frage stellen muss. Mit genau dieser Prozesshaftigkeit und der Doppelbedeutung des Wortes “Vision” setzt sich der vorliegende Band auseinander, der Beiträge, Überlegungen und Erkenntnisse versammelt, die in den letzten Jahren rund um Veranstaltungen im Grazer Medienturm gemacht wurden. Die AutorInnen ergründen dabei die vielfältigen Implikationen der Techno-Visionen aus verschiedensten Blickwinkeln.
Zwischen den Zeilen summiert sich zum Erkenntnisgewinn, dass der Begriff Techno viel zu eng gefasst ist, wenn er nur auf (Tanz-) Musik bezogen bleibt. Es geht viel eher um eine Strategie, um ein künstlerisches Verfahren im Einklang mit bestimmten technologischen Mitteln und vielleicht einigen Spritzern zukunftsorientierter Utopien a.k.a. Visionen. Insofern gibt der Band einen wichtigen Anstoß – und liefert einen weiteren Beitrag zur sich offensichtlich rapide beschleunigenden (Selbst-) Historisierung von Techno.
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