
Charles Simmons
Belles Lettres
03.02.2004, 15:52, Text:
Michael Saager,
Michael Saager
(C. H. Beck, 183 S., € 17,90)
Als der Roman ›Belles Lettres‹ 1987 in den USA erschien, da freuten sich die Literaturzeitschriften. Nur die New York Times Book Review zog einen leichten Flunsch und sprach von »süßer Rache«: Redakteur Charles Simmons hatte seine berühmte Arbeitgeberin in Belles Lettres umgetauft, um sich mit bissigem Charme und Akribie und vermutlich mit sardonischem Dauergrinsen eine Art Schlüsselroman vom Leib zu schreiben – einen ziemlich schwungvollen dazu. Trotz der immensen Lust des Autors an offensichtlich frei Fabuliertem, die Redaktion und einige wichtige Persönlichkeiten des Literaturbetriebs muss er dabei – das immerhin verdeutlichen die Reaktionen – allemal gründlich genug zur Kenntlichkeit entstellt haben. Frank Page, Simmons’ Quasi-Alter-Ego, selbstironischer Ich-Erzähler sowie aufstrebender Jung-Redakteur des Blattes, macht einen Vorschlag: Warum nicht eine Liste mit den 25 besten amerikanischen Autoren drucken? Ein blöder Witz, den die Gattin des Verlegers – eine so machtgeile wie intrigante Kuh – unglücklicherweise sehr ernst nimmt.
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