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Agnes Obel live

So war’s beim Pop-Abo in Dortmund: Harmonien im Zweiklang

23.01.2012, 12:02, Text: Katja Peglow
[1 Kommentar]

Agnes Obels zarter Piano-Pop verzaubert die Konzertbesucher. Die Stücke des minimalistischen Debüts »Philharmonics« sind im Dortmunder Konzerthaus bestens aufgehoben.

21.01.12, Dortmund, Konzerthaus
 
Die spinnen, die Dänen. Ein Satz, der auf Agnes Obel nicht gerade zutrifft. Nach der fulminanten Rockshow mit Chilly Gonzales vor wenigen Wochen kehren mit der ernsthaft dreinblickenden Singer/Songwriterin aus Kopenhagen wieder ruhigere Töne ins klassische Dortmunder Konzerthaus zurück. Bis auf die Tatsache, dass beide im Exil lebenden Musiker am klassischen Klavier ausgebildet wurden, eint die stille Dänin und den extrovertierten Maestro nämlich herzlich wenig. Die in Berlin wohnhafte Newcomerin verzichtet bei ihrer Performance am liebsten auf ablenkende Showelemente oder Schenkelklopfer jeglicher Art und setzt stattdessen auf stille Akzente. Verglichen mit aktuellen Popsängerinnen, die zunehmend wie Cartoon-Figuren aussehen, mutet Obels Erscheinung (schwarzes Spitzenkleid, kunstvolle Flechtfrisur) fast schon konservativ an, wie sie dort am schwarzen Flügel sitzt und sich selbst während der Songs begleitet. Große Ansagen sind von Obel sowieso nicht zu erwarten, das Reden überlässt sie meist ihrer aus Berlin mitgereisten Cellistin, die der Landessprache ohnehin viel mächtiger ist als sie.


Das wirkt sympathisch und kommt im fast bis auf den letzten Platz besetzten Saal auch überaus gut an. Überhaupt scheinen die beiden jungen Frauen nicht nur gesanglich, sondern auch musikalisch wunderbar miteinander zu harmonieren. Präzise spielen sie sich durch das knapp einstündige Set, obwohl sie eigenen Angaben zufolge länger nicht mehr zusammen geprobt haben. So viel Einklang wie an diesem Abend herrscht selten auf Dortmunds Bühnen. Kein Wunder, dass sich die Dänin in solch einem Ambiente pudelwohl fühlt, nur schwer lässt sich Obels minimalistischer Piano-Pop außerhalb von unbestuhlten Konzertsälen vorstellen. Zum Schluss gibt es Jubelrufe und Standing Ovations. Wie gesagt, so viel Einklang gab es selten.

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  • User: sonnig
  • sonnig 23.01.2012 | 20:20:17

    Die wunderbare Cellistin dieses Zusammenspiels mit der wunderbaren Agnes Obel heisst im übrigen Anne Müller und spielt auch mit dem -wen wunderts- wunderbaren Nils Frahm ganz hervorragend:

    http://www.lastfm.de/music/Nils%2BFrahm%2B%2526%2BAnne%2BM%25C3%25BCller

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