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Death Cab For Cutie live

So war’s in Köln: Rockig.

14.11.2011, 17:50, Text: Denise Schynol
[1 Kommentar]

Ben Gibbard will die Sau rauslassen. Voll guter Laune wird durch’s Set gekesselt, was nicht jedem gefallen mag.

13.11.2011, Köln, E-Werk

Was wäre, wenn Coldplay sich für Biffy Clyro hielten? Wäre vielleicht ganz ok; zumindest würde man damit nicht rechnen. Wie eine derartige Transformation klingen könnte, demonstrieren Death Cab For Cutie vor dem Kölner Publikum im E-Werk. Denn unerwartet solider Rock ersetzt an diesem Abend die mitreißende Melancholie der amerikanischen Band. Bei den meisten kommt das zwar gut an. Wer lässt sich auch einen solchen Abend verderben, nur weil die Erwartungen nicht erfüllt werden? Der bedingungslose Fan vermutlich nicht, aber schon der nur leicht distanziertere Death-Cab-Hörer kommt doch leicht ins Grübeln ob der arg rockenden Gitarren. Und wenn als zweiter Song des Abends mit »The New Year« einer der größten, aber doch schon ein paar Jährchen alten Hits ausgebreitet wird, kann das zu chronischem Stirnrunzeln führen. Soll hier nun das (auch nicht mehr ganz so) neue Album vorgestellt werden oder ist das doch mehr eine Greatest-Hits-Tour? Sicherlich erfreut es das Fan-Herz, wenn auch mal ältere Stücke ihren Platz auf die Set-List finden.


Aber bei inzwischen zehn Alben macht das insgesamt schon eine ganz schöne Menge Hymnen-Material, das den Abend doch sehr in die Länge ziehen kann. Vielleicht hätten zum Schluss auch zwei statt vier Zugaben genügt, doch Energiebündel Ben Gibbard kann scheinbar nicht genug kriegen von seiner eigenen Musik. Wenn der Frontmann nicht vor dem Mikrofon stehend die halblange Mähne und die Gitarre schwingt, tobt er einfach ausgelassen über die Bühne. Wirklich beeindruckend sind aber die Songs mit seiner Klavierbegleitung, sodass das grandios ausufernde »I Will Possess Your Heart« einer der Höhepunkt des Konzertes war. Leider verabschiedet sich die Euphorie viel zu schnell.

Und ein schales Wir-haben-uns-wohl-irgendwie-auseinander-gelebt-Gefühl ersetzt die Begeisterung für eine Band, die einem früher einmal mehr zu bedeuten wusste.


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  • Maja3 14.11.2011 | 19:55:56

    Mir erging es gerade anders herum. Ich hatte das Gefühl, sie sind wie ausgewechselt, ich fands toll, dass so viele ältere Songs gespielt wurden, das vor allen Dingen "a lack of color" gespielt wurde und sie so erfrischend mit so viel Energie gespielt haben.
    Dieses "schales Wir-haben-uns-wohl-irgendwie-auseinander-gelebt-Gefühl " hatte ich im Frühjahr nach München (aber erst etwas später nach dem Konzert) und es ist mit diesem Auftritt wieder verflogen. Gott sei Dank! :D
    Aber es gab viele Zuschauer, die wirklich nicht viel mit der Band anfangen konnten, m.E.

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