Das war das Immergut 2011
Zuhause fühlen
08.06.2011, 17:04, Text:
Janis Stock, Foto: Sebastian Dudey
Das 12. Immergut-Festival wurde seinem Namen wieder mal mehr als gerecht. So unterschiedliche Acts wie Mogwai oder Brandt Brauer Frick bewiesen die Vielseitig- und Lebendigkeit der Indie-Party in Neustrelitz. Wen kümmert da schon das bisschen Regen!?
Einer der durchaus zahlreichen Reize des Immergut liegt in den künstlerischen Kontrasten, die die Veranstalter im Neustrelitzer Wald möglich machen. Zunächst röhren etwa die Berliner Rocker Chuckamuck, dann liest der Hamburger Autor und Clubbetreiber Tino Hanekamp mit zarter Stimme von Exzess und Tiefschlägen. Das ist nur möglich, weil die Besucher des Festivals diese Spannbreite auch goutieren. Das tun sie durchaus, und gleich danach noch die wilden Choreographien des Styler-Papstes Darwin Deez. Wo gibt es so viel stilistische Offenheit schon sonst noch?
Natürlich braucht auch ein Festival wie das Immergut seine Headliner. Die diesjährigen haben ihre Position auf jeden Fall würdig ausgeführt. Zum einen waren das Mogwai, die des Nachts ihre Noise-Attacken mit warm fließender Melancholie und kurzen Film-Sequenzen mischen. Zum anderen die Belgier dEUS ganz zum Schluss, die zwar nicht mehr die Frischesten sein mögen, aber immer noch etwas ganz Eigenes darzustellen in der Lage sind. Beides Bands, die zwar nicht die Charts, wohl aber die Herzen unzähliger Musik-Enthusiasten bewohnen.
Fotostrecke:Immergut 2011: Die Highlights
Was war sonst noch? Ein gelungenes und entspanntes Wechselspiel der drei Stages Birkenhain, Wald- und Zeltbühne. Schöne Highlights und Neuentdeckungen, wie etwa die Gigs von Touchy Mob, Balthazar oder Herrenmagazin. Viel Getöse um den Überraschungsact James Fonda Trio, der sich als die Berliner Elektroniker Bodi Bill entpuppte, schon als man deren Merchandise am Verkaufsstand entdecken konnte. Und natürlich: Angenehme Menschen auf dem Campingplatz, beim traditionellen Fußballturnier und all den anderen Gelegenheiten, bei denen sich Immergut-Besucher gemeinhin treffen. Das Festival ist trotz seiner unbestreitbaren Entwicklungsfähigkeit deshalb so gut, weil es eine gewisse Haltung besitzt und beibehält. Wer schon mal dort war, weiß: Hier kann man immer wieder hinfahren. Es ist immer gut, es gibt keine bösen Überraschungen aufgrund von Überehrgeiz oder Hang zur Gigantomanie. Höchstens mal ein paar Tropfen Regen.
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