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Glasvegas live

Cold as Hundeschnauze: So wars in Köln

16.05.2011, 14:58, Text: Kerstin Petermann

Unsere Autorin Kerstin Petermann war beim Konzert in Köln dabei und sah Posen und Pathos.

14.05.2011, Köln, Live Music Hall.

Glasvegas-Sänger James Allan ist ein Poser vor dem Herrn. Wie bei einer Schaufensterpuppe lassen sich seine Arme und Beine in die relevanten Rock-Pathos-Gesten biegen. Gesten als Verbeugung vor den Liedern und zur Inszenierung derselben. Es geht in Köln dementsprechend um James Allan. Das Publikum spielt bei Zeilen wie "My baby is six feet under / Just another number / My daughter without her brother" keine Rolle. Vielleicht ist das aber auch die einzig richtige Art, den Pathos des Albums auf die Bühne zu bringen: mit noch mehr Pathos. Und dem Publikum das geben, was es will: Unterhaltung und Gefühle, zur Not eben sehr professionell performte.


Man würde gerne schreiben, dass es so sehr um James Allan und die Inszenierung der Musik geht, dass er nicht ins Publikum schauen darf und schon gar nicht auch nur ein Wort verlieren wird. Dem ist aber natürlich nicht so. Im Gegenteil: James Allan erzählt zwei, drei launige Anekdoten und springt in den Fotografengraben, um alle Hände der ersten Reihe zu drücken. Keine Ahnung, ob das im Vertrag steht oder ob er einfach nur weiß, was er seiner Crowd schuldig ist. Und das genau ist das Gute, bei aller Dienstleistungsunkerei: James Allan macht das super. Das ist Qualitätsunterhaltung. Wie Pelzig am Samstagabend auf ZDF statt "Wetten, dass…!?" Es macht Laune auf das, was an dem Abend später noch geht. Und in guten Momenten berührt die Energie, die James Allan in seine Stimme legt, in die langen, hohen Töne vor allem.

Wie absolut richtig er damit liegt, zeigt ihm die Crowd vorne Mitte, die geschlossen den Refrain von "Daddy’s Gone" mitsingen. Yeah. Jesus-like steht James Allan da und taucht ein in das Gefühl, dass eine Menge Leute Geld bezahlt haben, um ihm zuzujubeln. Na, sagen wir mal: Es sei Dir gegönnt, James. Und Du hast es verdient. Aber sagen wir auch, dass nach diesem Höhepunkt des Abends die Luft ein wenig raus ist und nach exakt 90 Minuten Feierabend, wie von den Drehbuchautoren vorgesehen und wie es sich für das Samstagsabendprogramm gehört.




Verabschiedung mit einem "I luv you", wie man es von seinem zukünftigen Ex-Partner nicht hören will. Hört man es doch, möchte man fragen: "Und wann hast Du eigentlich aufgehört, mich zu lieben Schatz?" und weiß, da geht nicht mehr viel. Cold as Hundeschnauze.

Termine Glasvegas
10.06.2011 Rockness, Inverness » Details | Merken
17.06.2011 Hurricane, Scheeßel » Details | Merken
17.06.2011 Southside, Neuhausen ob Eck » Details | Merken
22.06.2011 Glastonbury, Pilton » Details | Merken
28.06.2011 Where the Action is, Stockholm » Details | Merken
01.07.2011 iTunes-Festival, London » Details | Merken
14.07.2011 Latitude, Suffolk » Details | Merken
14.07.2011 Gurtenfestival, Wabern » Details | Merken
20.08.2011 V-Festival (Chelmsford), Chelmsford » Details | Merken
20.08.2011 V-Festival (Staffordshire), Telford » Details | Merken

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