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Battles Live

So wars in Berlin: Leistungskurs Mathematik

13.04.2011, 10:28, Text: Kerstin Grether, Mesut Gürsoy

Unsere Autoren Kerstin Grether und Mesut Gürsoy waren beim Konzert in Berlin dabei.


10.04.2011, Berlin, Festsaal Kreuzberg.

Es scheint den Math-Rock Mitbegründern aus New York Spaß zu machen, den restlos ausverkauften Festsaal Kreuzberg auf die Folter zu spannen. Während dem nicht enden wollenden Changeover harrt man bei immer weiter steigenden Temperaturen der Dinge die da kommen. Battles werden gleich ihr kommendes Album "Gloss Drop" präsentieren - und es gab im Vorfeld Veränderungen: Tyondai Braxton, der vor allem für die Gesangsparts zuständig war, hat die Band verlassen. Das Album wurde zu dritt mit GastsängerInnen eingespielt.


Nachdem die Band dann von euphorischem Applaus begleitet als Trio die Bühne betritt, wird schnell klar: sie sind ihrem Stil grundsätzlich treu geblieben. Effektbeladene Soundcollagen und scheinbar chaotisch geloopte Motive bekriegen sich gegenseitig zu den knallharten, maschinellen Beats des ehemaligen Helmet-Drummers John Stanier, der durch vollen Körpereinsatz schon bald völlig durchgeschwitzt agieren muss. Die GastsängerInnnen treten dazu virtuell auf zwei Leinwände projeziert im Hintergrund auf. Lediglich Matias Aguay ist als Sänger für den vorveröffentlichten Track "Ice Cream" live mit von der Partie. Im Verlauf scheint trotz aller Dissonanzen auch immer mehr der Humor der Band durch: in den neuen Songs verarbeiten sie teilweise klassische Blues.- Reggae.- und Dub-Elemente, die verzerrt in die Soundwand eingearbeitet werden. Ian Williams und Dave Konopka übertreffen sich dabei im Wechsel von Instrumenten und Modulieren von Sounds - beeindruckend virtuos und souverän.

Die Performance bringt begleitet von sehr hoher Lautstärke und ebensolchen Raumtemperaturen die gewillte Zuhörerschaft bewusst an ihre Grenzen.
Das einzige, was mancher treue Fan dabei eventuell vermissen mag ist der eine oder andere Track des 2007er Debutalbums "Mirrored", da Battles ausschliesslich neues Material zum Besten geben. Trotzdem wird am Ende vehement Zugabe gefordert und Battles lassen sich diesmal auch nicht lange bitten: "Thank you so much Berlin, it`s so good to be here again, we love this shit here! We`ve got one more for you." Mit einem zehnminütigem Polyrhythmik-Monstrum entlassen sie schliesslich ein zufriedenes Publikum in die Nacht und haben mit einem ebenso anstrengendem wie inspirierendem Auftritt einmal mehr klargemacht, dass sie die Chefs im Ring der neuen Rock-Elektro-Avantgarde sind.

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