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Foals live

So war's in Köln: Die Überführungsetappe

07.12.2010, 15:16, Text: Christian Steinbrink

Sie sind hochversiert und live sicher auch jetzt schon sehr gut, aber ihr volles, riesiges Potenzial rufen die Foals bei ihrem Auftritt in der Kölner Live Music Hall noch nicht ab.

6.12.10, Köln, Live Music Hall

Letztendlich haben sie es doch geschafft, die Foals aus Oxford, auch wenn es speziell in Köln etwas länger gedauert hat. Noch im Mai spielten sie im überfüllten, aber ziemlich kleinen Luxor, so dass man als Fan den Eindruck gewinnen konnte, diese Band sei trotz ihrer unbestreitbaren Klasse doch nicht für die breite Öffentlichkeit gemacht. Jetzt haben sie aber doch, endlich, eine der großen Konzerthallen bespielt und auch gut gefüllt. Die Foals sind da angekommen, wo sie durch ihre Qualität sowieso hingehören. Ob sie sich in diesen Sphären aber auch schon wohl fühlen? Der Auftritt in der Live Music Hall beantwortete diese Frage nicht.


Die beiden Auftritte, die die Foals in den vergangenen Jahren im Luxor spielten, überzeugten all jene, die aufgrund der frühen Kritiker-Lorbeeren für die Band skeptisch geworden waren, mit großer technischer Raffinesse und überbordenden Enthusiasmus. Speziell Frontmann Yannis Philippakis verdiente sich mit waghalsigen Stunts und Robert Smith-Stimme den Respekt, der Foals in die Reihe der sehr guten Livebands einordnete. Doch einen kleinen Club zum Kochen zu bringen ist das eine, die große Live Music Hall das andere. Und obwohl die Foals gerade in ihrer Heimat mittlerweile durchgängig Venues dieser Größenordnung spielen, wirkte ihre Show nicht so, als sei sie speziell für diese Größenordnung konzipiert.

Natürlich ist ein Rahmen aus Licht und Rauch nicht das Entscheidende, wenn es um die Bewertung eines Konzertes geht. Er hilft aber dabei, ein Publikum abzuholen. An der furiosen, stets flirrenden Dynamik der Songs der Foals kann es keinen Zweifel geben, an ihren komplexen Großtaten auf dem zweiten Album "Total Life Forever" auch nicht, zumal über dieser Platte als schillerndem Highlight der Übersong "Spanish Sahara" steht. Doch gerade dieses Stück mit seiner eigentlich so zwingenden Dynamik kann als Sinnbild für das Konzert der Foals gelten: Es kommt gut, kein Zweifel, es könnte aber tatsächlich noch viel besser, effektvoller, riesiger kommen. Die Musik der Foals hat soviel Potenzial, dass Hits hier nicht als überlebenswichtige Krücken fungieren müssen, sie wurde aber an diesem Abend schlicht nicht in voller Schönheit entfaltet, auch deshalb, weil Lichtblitze und Trockeneis lang nicht mehr ausreichen, um eine Rockshow zeitgemäß auszuleuchten.

Dazu kommt, dass gerade Philippakis an diesem Abend nicht den Derwisch geben will, wie er es bei zurückliegenden Konzerten tat. Erst gegen Ende des regulären, knapp neunzigminütigen Sets kommt er ein wenig aus der Reserve, steigt auf Monitorboxen und wirft sich in die bockig-arroganten Posen, die bei ihm so gut aussehen, inklusive einer unvermittelten und deshalb für die vordere Mitte sicher harten Stagediving-Einlage. Ansonsten hält er sich zurück, der Rest der Band sowieso. Vielleicht geht es den Foals mittlerweile tatsächlich darum, ihre Kompositionen in den Vordergrund zu rücken, und diese Kompositionen können uneingeschränkte Aufmerksamkeit ohne Zweifel tragen. Aus diesem Blickwinkel sind die Kinderkrankheiten, unter denen ihre Show jetzt noch ein wenig leidet, sicher bald überwunden.   

Foals - Spanish Sahara from Marvin After Laughter on Vimeo.



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