KORT live
Kurt Wagner und Courtney Tidwell: So wars in Köln
17.11.2010, 15:28, Text:
Christian Steinbrink
Cortney und Kurt sind KORT. Gemeinsam lassen Tidwell und der Lambchop-Frontman Wagner die alte Zeit aufleben und covern Hits eines alten Country-Labels namens Chart Records. Das ist nicht nur eine Dokumentation des wahren Nashville, sondern knistert auch ein wenig.
16.11.10, Köln, Gebäude 9.
Es mögen ein paar Jahre zwischen Cortney Tidwell und Kurt Wagner liegen. Immerhin veröffentliche sie ihr Debüt erst 2005, während er mit Lambchop schon zehn Jahr früher an das Licht der Öffentlichkeit trat und mittlerweile schon seit bestimmt 25 Jahren aktiv ist.
Trotzdem merken die Besucher im etwa halbvollen Gebäude 9 schnell, dass es etwas besonderes zwischen den beiden gibt, als sie mit ihrer Band auf die Bühne treten und die ersten Songs ihres gemeinsamen Debüts "Invariable Heartache" intonieren. Eine kaum greifbare Spannung, die Wagner mit seiner faszinierenden Stimme, Hingabe und einigem Humor ausfüllt und zunächst bestimmt, während Tidwell sich daran anlehnt und reizend rülpsend und biertrinkend die Janis des neuen Jahrtausends gibt.
Es dauert aber nicht lange, bis sie es schafft, zu beweisen, dass ihre Rolle mehr als nur die des trällernden Showgirls ist. Tidwells klassische Country-Stimme vereint sich mit dem sich windenden Bass Wagners in alten Country-Nummern, von denen nun niemand sagen kann, sie seien seelenlose Stangenware. Aus ihren Duetten tropft Vintage-Gefühl, untermalt von einer Band, die ganz nashvilletypisch routiniert, aber perfekt eingespielt ist. Darüber hinaus sorgt vor allem Wagner dafür, dass KORTs anderthalbstündiges und unübersehbar sinnliches Konzert zu mehr als nur einem reinem Liederabend geriert. Die Lambchop-Schule hat ihn zu einem großartigen Conferencier gemacht, der geschickt und smart wie sonst nur wenige durch den Abend parliert, die Band vorstellt, mit Tidwell schäkert und auch für ein paar Faxen gut ist. Auch den Country selbst überbrücken KORT ein ums andere Mal, mit leicht rockigen oder temporeicheren Nummern und einem Motörhead-Cover zum Schluss.
"Wir glauben, dass wir das wirkliche Nashville darstellen", setzt Wagner irgendwann in einer Songpause zur Erklärung der Ambition dieses Projektes an. Er scheint Recht zu haben. Hier ist Country ganz Country, ohne jegliche Stilisierung oder die Art von Anbiederung, die den Stil in Verruf brachte. Und gleichzeitig ist es für diese Musik gerade hier leicht, Genregrenzen in Richtung Moderne zu überwinden.
Es ist ein angenehm beruhigtes Gefühl, mit dem die Zuschauer am Ende den Saal verlassen, anders als die Hetze vieler anderer Gigs in diesen Wochen. Insofern erreichen KORT beinahe das, was Lambchop schon seit vielen Jahren darstellen: Einen Reifegrad von Zeitlosigkeit und Trends überbrückender Qualität. Niemand wäre enttäuscht, würde diese Zusammenarbeit auch für ein weiteres Album fortgesetzt.
Termine Kort (Kurt Wagner & Cortney Tidwell)
19.11.2010 Frankfurt / Main, Brotfabrik » Details | Merken | Anreise
05.05.2011 Essen, Zeche Carl » Details | Merken | Anreise
06.05.2011 Hamburg, Kampnagel » Details | Merken | Anreise
09.05.2011 Amsterdam, Paradiso » Details | Merken | Anreise
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Termine Lambchop
21.11.2010 Berlin, Admiralspalast » Details | Merken | Anreise
25.11.2010 München, Amerikahaus » Details | Merken | Anreise
30.11.2010 Hamburg, Kampnagel » Details | Merken | Anreise
01.12.2010 Hannover, Pavillon » Details | Merken | Anreise
02.12.2010 Nürnberg, Tafelhalle » Details | Merken | Anreise
03.12.2010 Gera, Johanniskirche » Details | Merken | Anreise
04.12.2010 Innsbruck, Treibhaus » Details | Merken | Anreise
05.12.2010 Zürich, El Lokal » Details | Merken | Anreise
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