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Danko Jones live

Rock’n’Roll hat die Haare schön: So war’s in Köln!

11.11.2010, 16:51, Text: Steffen Rieger, Foto: Ron Boudreau



Ein Konzert der Band um Danko Jones ist bereits im Vorfeld eine klare Angelegenheit. Steffen Rieger war trotzdem vor Ort und bekam, was er bestellt hatte...

10.11.2010, Köln, Live Music Hall.

Manche Bands verweigern sich vehement den Errungenschaften moderner Populärmusik. Wozu Trends hinterher hecheln, wenn old fashioned Rock’n‘Roll genau so gut klappt? Diese Verweigerungshaltung gegenüber der Masse und eine große Portion schlüpfrig-rotziger Attitüde gehört bei der Band um den namensgebenden Frontmann Danko Jones aus Toronto zum Konzept.


Pünktlich wie die Feuerwehr rücken Young Guns aus London zunächst als Opener an. Das Resultat: Netter, aber weitestgehend harmloser Emo-Rock, mit dem die vier Jungs unter gewissen Umständen den ein oder anderen kleinen Club zum Schwitzen gebracht hätten. Das Publikum reagiert höflich aber nur wenig enthusiastisch, die anschließende Umbaupause ist dank technischer Probleme viel zu lang. Dann aber ist es soweit.

Rockstars fallen bekanntermaßen gerne durch exzessive Selbstdarstellung auf. Kaum stehen die Protagonisten des Abends auf der Bühne wird klar: Frontmann kann nur einer sein. Passende Gestik und vor allem Mimik, kombiniert mit Gene Simmonsschen Zungenfertigkeiten – der kahlrasierte, leicht gebräunte Herr mit schwarzem Hemd, Lederstiefeln und behörntem Totenkopf als Gürtelschnalle ist ein Rockstar. Sein Auftreten überzeugt dank coolem Poserfaktor, die schwarze Gibson Explorer hat entsprechende Credibility und seine markigen Sprüche sorgen immer wieder für Erheiterung beim Publikum.

Mit gemeinsamen "Du hast die Haare schön"-Gesängen sorgen die Zuschauer zwischenzeitlich für erstaunt-amüsierte Gesichter bei Frontmann und dem Gitarristen mit stilechter, wassertriefender Rockermähne. Eine spontane Tanzeinlage sowie eine kurzweilige, der Sprachbarriere geschuldete Diskussion über die Bedeutung der Wörter ist die Folge.

Zu hören bekommt man genau das, was zu erwarten war: "First Date", "Full Of Regret", "Baby Hates Me", "She’s Drugs" oder "Had Enough" werden ziemlich kompromisslos runtergeschrammelt, die Ordner verrichten Schwerstarbeit bei dem Versuch, die Crowdsurfer in der Saalmitte wieder heil auf den Boden zu bekommen. Die Songs bieten derweil alles, was richtige Rocksongs bieten müssen: Knackige Riffs, catchy Refrains sowie Texte über Frauen, Sex, Alkohol und Leben auf der Überholspur.




Dass die kreative Darbietung nie über Rockerposen und etwas routinierte Lightshow hinaus geht, stört im Prinzip nur die wenigsten, solange es musikalisch voll auf die Zwölf gibt, ist alles in Ordnung. Schimpftiraden über aktuelle Dancemusik und Lady Gaga passen ebenso wie Huldigungen an verstorbene Rock- und Soulgrößen ins Konzept der hier dargebotenen Rock’n‘Roll-Klischees. Egal, denn nach wiederholter Aussage von Danko Jones himself ist der Gig heute Abend ohnehin der tollste Auftritt der ganzen Tour und die Crowd in Köln sowieso die Beste. Wie üblich.

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