Jamaica
Neue Probleme: So war das Konzert in Köln
08.10.2010, 11:12, Text:
Christian Steinbrink, Foto: Katja Peglow
Die wenigen Kölner, die die Franzosen Jamaica schon anlässlich ihres Auftritts bei der c/o pop sahen, haben ordentlich viel Werbung gemacht: Das Gebäude 9 ist für Jamaicas ersten Headliner-Auftritt in der Stadt gerüstet und gut gefüllt.
6.10.10, Köln, Gebäude 9.
Nach einem schroffen Set der Kölner Altmeister Crystal und ihrer gitarrigen Version des New Order-Schemas sind die jungen Leute bereit für die sehnigen Körper und Songs der Band, die live zuletzt noch als Quartett auftrat.
Den Jungs und Mädchen in den ersten Reihen ist das aber herzlich egal. Sie feiern amtlich, nachdem Jamaica schelmisch zu Bob Marleys „I Don't Like Reggae“ eingelaufen sind, klatschen Antoine und seine Kumpanen ab und stürzen gegen Ende sogar für eigene Luftgitarreneinlagen auf die Bühne. Ohne Zweifel besitzen Jamaica einen Pop-Appeal, den sie sich mit den großen Landsleuten Phoenix teilen, auch wenn die schon zu Zeiten ihres Debüts „United“ die deutlich besseren Songs zu schreiben in der Lage waren. Jamaica treten dem mit der Allzweckwaffe 'Coverversion' entgegen, ein einziges Album in der Diskographie ist schließlich nicht immer ausreichend für ein volles Konzert. Nirvana werden kurz angedeutet, danach wagen sie sich mit Polices „Message In A Bottle (S.O.S.)“ in Gefilde von Kitsch und machen das gar nicht mal schlecht. Trotzdem ist das Konzert nach einer dreiviertel Stunde vorbei, ohne Zugabe gehen die Lichter an. Mehr ist von einer jungen Band inmitten ihres Hypes nicht zu erwarten. Sie brauchen schließlich die Zeit, um auch noch an ihrem Songwriting zu werkeln.
Jamaica - I Think I Like U2
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